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Antioxidantien in der Ernährung

Was oxidativer Stress ist und welche Lebensmittel dazugehören

Antioxidantien in der Ernährung

Rauch, UV-Licht, entzündliche Prozesse und schlicht der eigene Stoffwechsel erzeugen im Körper reaktive Sauerstoffverbindungen. Geraten Belastung und körpereigener Schutz aus dem Gleichgewicht, spricht die Forschung von oxidativem Stress. Antioxidantien sind die Gegenspieler: Stoffe, die freie Radikale abfangen, bevor diese Zellbestandteile verändern.

Einen Teil davon stellt der Körper selbst her, allen voran Glutathion. Der andere Teil kommt über das Essen. Hier steht, welche Lebensmittel welche Stoffe liefern, welche Aussagen dazu zugelassen sind und wo die Werbung übertreibt.

Was Antioxidantien sind

Antioxidantien sind Moleküle, die ein Elektron abgeben können, ohne selbst zum Problem zu werden — damit stoppen sie Kettenreaktionen an Fetten, Eiweißen und am Erbgut. Freie Radikale entstehen durch normale Stoffwechselprozesse und durch äußere Faktoren wie Umweltverschmutzung oder UV-Strahlung.

Warum das Gleichgewicht zählt: Der Körper braucht freie Radikale auch, denn Immunzellen setzen sie gezielt gegen Erreger ein. Es geht also nicht um möglichst viel, sondern um Balance. Vitamin C ist der bekannteste Vertreter aus dem Essen: Es trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, und trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Lebensmittel reich an Antioxidantien

Farbe ist ein guter Hinweis. Heidelbeeren, Holunder und Rotkohl liefern Anthocyane, Tomaten Lycopin, Karotten Beta-Carotin, grüner Tee Catechine, Nüsse und Pflanzenöle Vitamin E. Gewürze zählen mit: Curcuma (Curcumin) ist eines der am häufigsten untersuchten Pflanzenpigmente überhaupt.

Auch Chlorella und Moringa tauchen in solchen Aufzählungen auf. Für Pflanzenstoffe wie diese gibt es keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe; sachlich lässt sich nur sagen, was drin ist. Wer täglich Gemüse in mehreren Farben isst, deckt die Vielfalt ohnehin am besten ab.

Nahrungsergänzung einordnen

Ein Präparat liefert einen einzelnen Stoff in hoher Dosis, ein Apfel viele in kleiner. Das ist der wichtigste Unterschied. Bei Nährstoffen mit geprüfter Aussage ist die Lage klar: Vitamin C forte 500 liefert Vitamin C, das dazu beiträgt, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen. Ashwagandha Bio Kapseln liefern dagegen einen Pflanzenstoff ohne zugelassene Angabe.

Sehr hohe Dosen einzelner Antioxidantien bedeuten nicht automatisch mehr Nutzen — in der Ernährungsforschung ist das ein Dauerthema. Wer ergänzt, tut das gezielt und nicht auf Verdacht.

Selen, Coenzym Q10 und die Zelle

Selen ist Bestandteil körpereigener Enzyme. Die zugelassene Aussage lautet: Selen trägt zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress bei. Wortgleich gilt das für Kupfer und für Riboflavin; Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Coenzym Q10 sitzt in der Atmungskette der Mitochondrien und ist viel untersucht — eine zugelassene Angabe gibt es dafür nicht. Wer die Liste vergleicht, erkennt das Muster: Vitamine und Mineralstoffe haben geprüfte Aussagen, Pflanzen- und Zellstoffe haben Forschung.

Praktisch: bunt einkaufen

Nimm dir die Farben vor: rot, orange, dunkelgrün, blauviolett, weiß. Wer beim Einkauf auf fünf Farben achtet, landet automatisch bei einer breiten Auswahl an Pflanzenstoffen. Das ist leichter zu merken als jede Nährwerttabelle.

Grüner Tee gehört für viele zum Tag dazu und liefert Catechine. Wer gezielt ergänzen will, findet bei uns L-Glutathion reduziert — das Molekül, das der Körper auch selbst herstellt.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Warum ein einzelner ORAC-Wert wenig aussagt

Auf Verpackungen und in Ranglisten steht oft eine einzige Zahl für „antioxidative Kraft“. Das Problem daran ist nicht die Zahl, sondern dass es mehrere Messverfahren gibt, die verschiedene Dinge erfassen — und je nachdem, welches man wählt, ändert sich die Rangfolge.

Eine Arbeit im Journal of Agricultural and Food Chemistry (2008) hat genau das vorgeführt und polyphenolreiche Getränke mit vier verschiedenen Verfahren nebeneinander geprüft: TEAC (Trolox-Äquivalent), ORAC (Sauerstoffradikal-Absorptionskapazität), DPPH (Radikalfängerkapazität) und FRAP (eisenreduzierende Kraft). Die Autoren halten ausdrücklich fest, dass Verbraucher von Werbeaussagen in die Irre geführt werden, die sich auf ein einziges dieser Verfahren stützen.

Für dich heißt das: Eine hohe ORAC-Zahl allein ist kein Gütesiegel. Sie beschreibt, wie sich ein Extrakt im Reagenzglas gegenüber einer bestimmten Sorte Radikale verhält — nicht mehr. Was davon im Körper ankommt, ist eine andere Frage, die kein Laborwert beantwortet.

Quellen

Die Messverfahren und die Einordnung stammen aus:

  • Seeram NP, Aviram M, Zhang Y, Henning SM, Feng L, Dreher M, Heber D: Comparison of antioxidant potency of commonly consumed polyphenol-rich beverages in the United States. J Agric Food Chem 2008;56(4):1415–22. PubMed 18220345

Anzumerken ist, dass an dieser Arbeit Autoren aus der Getränkeindustrie beteiligt waren. Übernommen wurde hier deshalb ausschließlich die methodische Aussage — dass ein einzelnes Testverfahren die antioxidative Kapazität nicht abbildet —, nicht die Rangfolge einzelner Getränke.

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Häufig gestellte Fragen

Warum sind Antioxidantien wichtig?

Sie fangen freie Radikale ab, bevor diese Fette, Eiweiße und Erbgut verändern. Der Körper braucht dabei ein Gleichgewicht, keine Höchstmenge.

Welche Lebensmittel sind reich an Antioxidantien?

Beeren, Rotkohl, Tomaten, Karotten, Nüsse, grüner Tee und Gewürze wie Curcuma. Als Faustregel: mehrere Farben auf dem Teller.

Wann ist ein Präparat sinnvoll?

Wenn ein bestimmter Nährstoff nachweislich fehlt. Sehr hohe Dosen einzelner Antioxidantien bringen nicht automatisch mehr.

Welche Nährstoffe haben eine geprüfte Aussage zum Zellschutz?

Für Selen, Kupfer und Riboflavin ist zugelassen, dass sie zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beitragen. Vitamin E trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.

Kann ich alle Antioxidantienbedürfnisse über die Ernährung decken?

In der Regel ja, wenn die Auswahl abwechslungsreich ist. Über einzelne Nährstoffe entscheidet im Zweifel ein Blutwert, nicht das Gefühl.

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