Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann und daher über die Nahrung aufnehmen muss. Es ist ein zentraler Bestandteil wichtiger Enzyme, der sogenannten Selenoproteine. Diese Enzyme haben vielfältige Funktionen im Körper. Eine der wichtigsten ist die antioxidative Wirkung. Selenoproteine wie die Glutathionperoxidasen helfen, die Zellen vor Schäden durch freie Radikale zu schützen, die im normalen Stoffwechsel entstehen oder durch äußere Einflüsse wie UV-Strahlung und Umweltgifte gebildet werden. Dieser Schutz vor oxidativem Stress ist entscheidend für die Prävention chronischer Krankheiten. Darüber hinaus ist Selen unerlässlich für die normale Funktion der Schilddrüse. Es ist an der Umwandlung des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) in seine aktive Form Triiodthyronin (T3) beteiligt und schützt die Schilddrüse vor oxidativem Stress während der Hormonproduktion. Ein Selenmangel kann daher die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen. Das Immunsystem ist ebenfalls auf eine ausreichende Selenversorgung angewiesen. Selen unterstützt sowohl die angeborene als auch die erworbene Immunantwort und trägt zur Produktion von Antikörpern bei. Ein Mangel kann die Abwehrkräfte schwächen. Weitere Funktionen von Selen umfassen die Unterstützung der normalen Spermienbildung und die Erhaltung von normalen Haaren und Nägeln. Die Selenkonzentration in pflanzlichen Lebensmitteln hängt stark vom Selengehalt des Bodens ab, der regional sehr unterschiedlich sein kann. Gute tierische Quellen sind Fisch, Fleisch und Eier. Paranüsse sind besonders reich an Selen.
Wirkung
Selen trägt dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen, und es trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems und einer normalen Schilddrüsenfunktion bei. Außerdem trägt es zur Erhaltung normaler Haare und Nägel sowie zu einer normalen Spermabildung bei.
Dosierung
Die DGE empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von 60-70 µg. Das BfR empfiehlt eine Höchstmenge von 40 µg pro Tag in Nahrungsergänzungsmitteln.
Natürliche Quellen
Paranüsse, Fisch (Thunfisch, Hering), Fleisch, Eier, Linsen.
Wissenschaftliche Quellen
EFSA Journal 2010;8(10):1727, EFSA Journal 2009;7(9):1220