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Piperin (Schwarzer Pfeffer)

Piperin ist der Hauptwirkstoff des schwarzen Pfeffers und verantwortlich für dessen Schärfe. Es wird vor allem für seine Fähigkeit geschätzt, die Bioverfügbarkeit anderer Stoffe zu erhöhen.

Piperin (Schwarzer Pfeffer)
Ein Gramm schwarzer Pfeffer enthält je nach Qualität und Herkunft rund 20 bis 74 Milligramm Piperin — das ist die Substanz, die für die Schärfe im Mund verantwortlich ist. In den Curcuma-Kapseln aus unserem Sortiment stecken pro Stück 5,7 mg reines Piperin, gewonnen aus einem hochkonzentrierten Pfeffer-Extrakt. Rechnet man zurück, entspricht diese Menge etwa dem Piperingehalt aus 100 bis 300 mg gemahlenem Pfeffer — also grob einer kleinen Messerspitze pro Kapsel, aber standardisiert und gleichbleibend dosiert.

Piperin ist ein Alkaloid und der pharmakologisch am besten untersuchte Bestandteil von Piper nigrum. Laut der Übersichtsarbeit von Haq et al. (Phytotherapy Research 2021) enthalten Pfefferkörner zwischen 2 und 7,4 Prozent Piperin, wobei der Gehalt je nach Sorte und Anbaugebiet schwankt. Han et al. (Toxins 2023) fassen zusammen, dass die Substanz seit den 2020er-Jahren nicht nur medizinisch, sondern auch als potenzieller pflanzlicher Pflanzenschutzwirkstoff untersucht wird.

Berühmt wurde Piperin allerdings aus einem anderen Grund: seiner Fähigkeit, die Aufnahme bestimmter anderer Substanzen im Körper zu beeinflussen. Die Schlüsselarbeit dazu stammt von Shoba et al. (Planta Medica 1998). In dieser Untersuchung erhielten sowohl Ratten als auch gesunde menschliche Probanden Curcumin allein oder in Kombination mit Piperin. Bei den Ratten wurde Curcumin in einer Dosis von 2 g/kg gegeben, zusätzlich 20 mg/kg Piperin. Das Ergebnis: Die Bioverfügbarkeit von Curcumin stieg um 154 Prozent. Beim Menschen war der Effekt nach 2 g Curcumin allein kaum messbar, mit Piperin dagegen deutlich. Diese Studie ist bis heute die meistzitierte Referenz dafür, warum Curcuma-Produkte häufig mit Pfeffer kombiniert werden.

Das Verhältnis in unseren Kapseln orientiert sich an genau dieser Logik: 409 mg Curcumin treffen auf 5,7 mg Piperin — also etwa 1,4 Prozent Piperin bezogen auf den Curcumingehalt. In der Shoba-Studie wurden 20 mg Piperin auf 2000 mg Curcumin gegeben, also 1 Prozent. Unser Verhältnis liegt leicht darüber und damit im Bereich dessen, was in der Literatur diskutiert wird.

Eine neuere und deutlich breiter angelegte Übersicht liefert Heidari et al. (Phytotherapy Research 2023). Die Autoren werteten präklinische und klinische Studien zur Kombination Curcumin-Piperin aus. Untersucht wurden unter anderem Blutzucker- und Fettwerte bei Diabetes, Entzündungsmarker bei Adipositas und metabolischem Syndrom sowie Effekte bei chronischen Atemwegserkrankungen. Wichtig zur Einordnung: Es handelt sich um einen Übersichtsartikel — die einzelnen Studien unterscheiden sich stark in Dosis, Dauer und Teilnehmerzahl. Belastbare Aussagen auf dem Niveau eines Arzneimittels lassen sich daraus nicht ableiten, und die EU-Behörden haben für Piperin bisher keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen.

Srinivasan (Critical Reviews in Food Science and Nutrition 2007) beschreibt einen weiteren, oft übersehenen Aspekt: Piperin scheint in Tierversuchen die Verdauungsenzyme der Bauchspeicheldrüse zu stimulieren und die Passagezeit im Magen-Darm-Trakt zu verkürzen. Auch antioxidative Effekte gegen freie Radikale wurden in In-vitro-Versuchen beobachtet. Diese Befunde stammen überwiegend aus Zellkulturen und Tiermodellen und lassen sich nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen.

Was die Forschung dagegen nicht zeigt: Piperin ist kein Ersatz für Medikamente, kein Allheilmittel und wirkt auch nicht bei jeder Substanz gleich stark verstärkend. Die berühmten 154 Prozent aus der Shoba-Arbeit gelten für Curcumin, nicht pauschal für „alles, was man dazu isst". Bei einigen Arzneimitteln kann Piperin die Verstoffwechselung sogar so stark verändern, dass Wirkspiegel unerwartet ansteigen — ein Grund, warum Menschen mit Dauermedikation vor der Einnahme piperinhaltiger Präparate Rücksprache mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt halten sollten.

In unserem Curcuma-Produkt (60 Kapseln, 33 Euro) ist Piperin kein eigenständiger Wirkstoff, sondern der Grund, warum das Curcumin überhaupt eine Chance hat, den Darm zu passieren, bevor die Leber es abbaut. Bei 60 Kapseln pro Dose und einer Kapsel täglich reicht eine Packung zwei Monate — das entspricht rechnerisch 342 mg Piperin pro Dose. Verteilt auf 60 Tage ergibt das eine tägliche Piperinmenge, die deutlich unter dem liegt, was ein Mensch beim normalen Kochen aus einer Prise Pfeffer aufnimmt — nur eben standardisiert und im richtigen Verhältnis zum Curcumin.

Wirkung

In der Untersuchung von Shoba et al. (Planta Medica 1998) stieg die gemessene Serumkonzentration von Curcumin nach gemeinsamer Gabe mit Piperin bei Ratten um 154 Prozent gegenüber Curcumin allein; auch bei gesunden menschlichen Probanden waren die Werte messbar höher. Übersichtsarbeiten von Heidari et al. (Phytotherapy Research 2023) und Haq et al. (Phytotherapy Research 2021) fassen weitere präklinische und klinische Untersuchungen zusammen, betonen aber die begrenzte Vergleichbarkeit der Einzelstudien. Für Piperin selbst gibt es in der EU keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben.

Dosierung

In der Shoba-Studie von 1998 wurden beim Menschen 20 mg Piperin zusammen mit 2 g Curcumin verabreicht — ein Verhältnis von 1 Prozent. Unsere Curcuma-Kapseln enthalten pro Stück 5,7 mg Piperin auf 409 mg Curcumin, also rund 1,4 Prozent. Bei einer Kapsel täglich entspricht das etwa dem Piperingehalt einer kleinen Messerspitze schwarzem Pfeffer, jedoch in standardisierter Konzentration. Die vom Hersteller empfohlene Verzehrmenge darf nicht überschritten werden.

Natürliche Quellen

Schwarzer Pfeffer (Piper nigrum)

Wissenschaftliche Quellen

Shoba et al., Planta Medica 1998, DOI: 10.1055/s-2006-957450 Haq et al., Phytotherapy Research 2021, DOI: 10.1002/ptr.6855 Heidari et al., Phytotherapy Research 2023, DOI: 10.1002/ptr.7737 Srinivasan, Critical Reviews in Food Science and Nutrition 2007, DOI: 10.1080/10408390601062054 Han et al., Toxins 2023, DOI: 10.3390/toxins15120696

Häufige Fragen

Warum ist in Curcuma-Kapseln überhaupt Pfeffer drin?

Curcumin wird in Darm und Leber sehr schnell abgebaut, bevor es in nennenswerten Mengen ins Blut gelangt. Shoba et al. zeigten 1998 in Planta Medica, dass die gleichzeitige Gabe von Piperin die messbare Curcumin-Konzentration im Serum von Ratten um 154 Prozent erhöhte. Deshalb kombinieren viele Hersteller — auch wir — Curcuma-Extrakt mit einem kleinen Anteil Pfeffer-Extrakt.

Wieviel Piperin ist in einer Kapsel?

In unseren Curcuma 95%-Kapseln sind 5,7 mg reines Piperin pro Kapsel enthalten, gewonnen aus 6 mg Pfeffer-Extrakt mit einem Piperingehalt von 95 Prozent.

Ist Piperin dasselbe wie Bioperine?

Bioperine ist ein Markenname für einen standardisierten Piperin-Extrakt aus schwarzem Pfeffer mit 95 Prozent Piperingehalt. Chemisch handelt es sich um denselben Wirkstoff. In unserer Zusammensetzung nutzen wir einen 95-prozentigen Pfeffer-Extrakt, der demselben Standard entspricht.

Kann Piperin mit Medikamenten wechselwirken?

Ja. Piperin hemmt bestimmte Enzyme in Leber und Darm, die auch Medikamente abbauen. Dadurch können Wirkspiegle einzelner Arzneistoffe stärker ansteigen als vorgesehen. Wer Medikamente dauerhaft einnimmt, sollte vor der Einnahme piperinhaltiger Präparate die Ärztin oder den Arzt fragen.

Warum nicht einfach normalen Pfeffer aufs Essen streuen?

Der Piperingehalt in Küchenpfeffer schwankt laut Haq et al. (2021) zwischen 2 und 7,4 Prozent — je nach Sorte, Alter und Lagerung. Ein Extrakt liefert eine gleichbleibende, definierte Menge. Wer Curcumin ohnehin in Kapselform nimmt, hat mit einer kombinierten Kapsel das passende Verhältnis direkt drin.

Ist Piperin für alle geeignet?

Nahrungsergänzungsmittel mit Piperin sind für Kinder, Schwangere und Stillende nicht ohne ärztliche Rücksprache geeignet. Auch bei bestehenden Erkrankungen oder gleichzeitiger Medikamenteneinnahme sollte vorher fachlicher Rat eingeholt werden.

Wie lange reicht eine Dose?

Eine Dose enthält 60 Kapseln. Bei einer Kapsel täglich reicht das für zwei Monate — das entspricht rund 342 mg Piperin über den gesamten Zeitraum.

Auf einen Blick

Kategorie
Pflanzenextrakte
Auch bekannt als
Bioperine, Schwarzer Pfeffer Extrakt
Tags
PflanzenextraktBioenhancerAntioxidansStoffwechsel