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Reishi-Pilz: Herkunft, Tradition, Forschung

Ling Zhi aus der traditionellen chinesischen Medizin

Reishi-Pilz: Herkunft, Tradition, Forschung

Der Reishi-Pilz, in China Ling Zhi genannt, botanisch Ganoderma lucidum, wird in der traditionellen chinesischen Medizin seit Jahrtausenden verwendet. Als Vitalpilz steht er dort in einer Reihe mit Tonika, die man nicht bei akuten Beschwerden nimmt, sondern über längere Zeiträume.

Der Pilz wächst hart und holzig an Laubbäumen und schmeckt bitter — gegessen wird er nicht, sondern ausgekocht oder gemahlen. Dieser Artikel zeigt, woher die Tradition kommt, welche Inhaltsstoffe die Forschung interessieren und wie Reishi heute in die Tasse oder in die Kapsel kommt.

Geschichte und Tradition des Reishi-Pilzes

Der Reishi stammt aus Ostasien und heißt dort seit alters her 'Pilz der Unsterblichkeit'. Überliefert sind Anwendungen in China, Japan und Korea über Jahrtausende. In der traditionellen chinesischen Medizin gilt Reishi als Tonikum, das die Lebensenergie "Qi" stärken soll — eine Vorstellung aus einem eigenen Denksystem, nicht aus der westlichen Physiologie.

Dokumentiert sind historische Anwendungen rund um Herz, Leber und ein langes Leben. Reishi wurde in der chinesischen Kultur körperlich wie geistig geschätzt. Weil sein natürlicher Lebensraum schwindet, stammt der Pilz heute überwiegend aus kontrolliertem Anbau.

Was im Reishi steckt

Reishi enthält eine ganze Reihe bioaktiver Verbindungen: Triterpene, die für den bitteren Geschmack sorgen, dazu Polysaccharide und Peptide. Diese Stoffgruppen sind der Grund, warum der Pilz seit Jahrzehnten in Labors landet — er gehört zu den am häufigsten untersuchten Heil- und Speisepilzen überhaupt.

Untersucht werden unter anderem die Reaktionen dieser Verbindungen mit freien Radikalen und ihr Verhalten unter oxidativem Stress. Was daraus für den Menschen folgt, ist offen: Für Reishi gibt es in der EU keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe.

Reishi als adaptogener Vitalpilz

Reishi wird zu den Adaptogenen gezählt. Der Begriff stammt aus der russischen Pflanzenforschung des 20. Jahrhunderts und bezeichnet Pflanzen, die den Körper an Belastungen anpassen sollen. Ein Begriff des Lebensmittelrechts ist er nicht, sondern eine Einordnung aus Tradition und Forschungsliteratur.

Wer Reishi über längere Zeit nimmt, tut das meist in fordernden Lebensphasen — so wird der Pilz traditionell eingesetzt. Ähnlich eingeordnet werden andere Pflanzen aus dieser Gruppe, etwa Moringa. Persönliche Erfahrungsberichte sind allerdings keine Studienlage.

Reishi und das Immunsystem

Das Immunsystem arbeitet mit Botenstoffen, den Zytokinen, und mit weißen Blutkörperchen. Genau diese Vorgänge sehen sich Forschungsgruppen an, wenn sie Polysaccharide aus Pilzen untersuchen. Das ist die Beschreibung von Körperphysiologie und Laborarbeit — eine Zusage für den Reishi ist es nicht.

Geprüfte Angaben gibt es dagegen bei Nährstoffen: Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Pflanzen wie die Mariendistel haben keine solche Angabe. Wenn du deine Vitamin-C-Zufuhr gezielt abdecken willst, ist unser Vitamin C forte 540 dafür gemacht.

Wie man Reishi in die Ernährung integriert

Reishi kommt als Tee, als Pulver oder in Kapseln. Traditionell wird der harte Fruchtkörper lange ausgekocht, weil sich die Inhaltsstoffe erst dann lösen. Fang mit einer kleinen Menge an und steigere langsam, um deine Verträglichkeit zu prüfen — der bittere Geschmack ist gewöhnungsbedürftig.

Wer den Pilz in eine feste Routine einbauen will, kombiniert ihn oft mit anderen pflanzlichen Zubereitungen, etwa unserem Leberkraft – 30-Tage-Leber-Boost. Bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenten sprich vorher mit deinem Arzt. Hinweis: Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Warum Erntezeitpunkt und Pilzteil den Gehalt bestimmen

Reishi ist nicht gleich Reishi — und der Unterschied entsteht lange vor dem Extrakt. Eine Untersuchung im International Journal of Medicinal Mushrooms (2018) hat einen einzelnen Zuchtstamm über vier Wachstumsphasen begleitet und dabei drei verschiedene Bereiche des Fruchtkörpers getrennt analysiert, per Umkehrphasen-HPLC.

Untersucht wurden die beiden Stoffgruppen, um die es bei Reishi geht: Triterpene und lösliche Polysaccharide. Das Ergebnis ist für die Praxis wichtiger als jede einzelne Zahl — beide Gruppen verändern sich im Verlauf des Wachstums, und sie sind im Fruchtkörper ungleich verteilt.

Daraus folgt, worauf es beim Einkauf ankommt: Ein Reishi-Erzeugnis ist nur so aussagekräftig wie die Angabe, was verarbeitet wurde und wann geerntet. Ein Extrakt ohne Angabe von Pilzteil und Standardisierung lässt sich mit keinem anderen vergleichen — nicht weil er schlecht wäre, sondern weil die Bezugsgröße fehlt.

Quellen

Die Angaben zu Wachstumsphasen und Fruchtkörper-Bereichen stammen aus:

  • Zhou S, Tang Q, Tang C, Liu Y, Ma F, Zhang X, Zhang JS: Triterpenes and Soluble Polysaccharide Changes in Lingzhi or Reishi Medicinal Mushroom, Ganoderma lucidum (Agaricomycetes), During Fruiting Growth. Int J Med Mushrooms 2018;20(9):859–871. PubMed 30317980

Untersucht wurde die Zusammensetzung des Pilzes während des Wachstums. Aussagen über eine Anwendung am Menschen enthält die Arbeit nicht, und hier stehen auch keine.

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Häufig gestellte Fragen

Was steckt im Reishi-Pilz?

Triterpene, Polysaccharide und Peptide. Diese Stoffgruppen werden seit Jahrzehnten untersucht; eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe gibt es für Reishi nicht.

Wie nehme ich den Reishi-Pilz am besten ein?

Als Tee, Pulver oder Kapsel. Fang mit einer kleinen Menge an und steigere langsam.

Kann Reishi mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln kombiniert werden?

Ja, Reishi lässt sich mit anderen Ergänzungen kombinieren, etwa mit Vitamin C. Achte dabei auf die Gesamtmenge der einzelnen Nährstoffe.

Hat Reishi-Pilz Nebenwirkungen?

Reishi gilt allgemein als gut verträglich, kann bei einigen Menschen jedoch leichte Magenbeschwerden verursachen.

Ist Reishi auch für Kinder geeignet?

Für Kinder ist die Datenlage dünn. Frag vor der Anwendung deinen Arzt.

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