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Reishi (Ganoderma lucidum)

Reishi, auch als 'Pilz der Unsterblichkeit' bekannt, ist ein Vitalpilz, der in der traditionellen chinesischen Medizin zur Stärkung des Immunsystems und zur Förderung der inneren Balance eingesetzt wird.

Reishi (Ganoderma lucidum)
Reishi wächst als glänzender, holziger Porling auf Laubbäumen — vor allem auf Eichen und Buchen. In China trägt er den Namen Ling Zhi, in Japan Mannentake. Getrocknet ist der Fruchtkörper zäh wie Leder und schmeckt bitter, weshalb er praktisch nie roh oder als Speisepilz verwendet wird, sondern als Extrakt, Pulver oder in Kapseln.

Die bitteren Noten stammen von Triterpenen, genauer: Ganodersäuren, Ganoderiolen und Lucidensäuren. Daneben sitzen im Fruchtkörper und in den Sporen wasserlösliche Polysaccharide, vor allem α- und β-D-Glucane. Ahmad et al. beschreiben in Phytotherapy Research 2021 zusätzlich Sterole (Ergosterol), die Proteine LZ-8 und LZ-9 sowie Nukleoside wie Adenosin, Inosin und Uridin. Das ist die Stoffgruppe, um die sich die meiste Reishi-Forschung dreht.

Bei den Polysacchariden (GLP) ist die Datenlage am dichtesten. Seweryn et al. fassen in Nutrients 2021 zusammen, dass GLP in Labor- und Tierversuchen antioxidative, immunmodulierende, antineurodegenerative und antidiabetische Aktivität zeigen. Sohretoglu und Huang beschreiben in Anti-cancer Agents in Medicinal Chemistry 2018, dass GLP in Zell- und Tiermodellen antiproliferative, proapoptotische, antimetastatische und antiangiogenetische Effekte auslösen können. Guo et al. haben 2021 in Carbohydrate Polymers eine Tierstudie veröffentlicht, in der GLP in Dosen von 200 und 300 mg/kg bei Mäusen mit AOM/DSS-induzierter Kolitis den Krankheitsindex, die Tumorzahl und die Tumorgröße senkte und die Darmflora sowie die Barrierefunktion veränderte. Wichtig zu wissen: Das sind Mäuse, keine Menschen. Milosavljevic und Barnes haben Ganoderma lucidum 2023 im Journal of Primary Health Care besprochen.

Was die Forschung bisher nicht zeigt: Es gibt keine großen, entscheidenden Studien am Menschen, aus denen sich eine konkrete Alltagsdosis oder ein garantierter Nutzen ableiten ließe. Sohretoglu und Huang sprechen 2018 von Reishi als möglicher adjuvanter Ergänzung in der Krebstherapie ohne offensichtliche Toxizität — das ist eine Beobachtung aus einzelnen klinischen Studien, kein Beleg für Heilwirkung. In der EU ist für Reishi keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen.

Bei YourPowerFoods findest du Reishi als Bestandteil von "Leberkraft.com — Das Original" (119,90 EUR für einen 30-Tage-Vorrat). Pro Tagesportion sind 60 mg Reishi-Pilz-Extrakt enthalten, davon 18 mg Polysaccharide und 0,75 mg Triterpene. Reishi ist dort nicht der Hauptdarsteller, sondern steht neben Artischocke (480 mg Extrakt, 32,5 mg Cynarin) und Mariendistel (80 mg Extrakt, 1,5 mg Silymarin), ergänzt um Ginseng und Curcuma.

Eine kleine Rechnung dazu: Rund 30 % des Reishi-Extraktes in dieser Rezeptur bestehen aus Polysacchariden (18 von 60 mg). Das ist ein üblicher Standardisierungsbereich für Reishi-Extrakte. Die Guo-Studie hat bei Mäusen 200 mg reines GLP pro Kilogramm Körpergewicht eingesetzt; auf einen 70-kg-Menschen linear umgerechnet wären das theoretisch 14 g GLP pro Tag — das ist etwa das 780-fache der 18 mg in einer Tagesportion Leberkraft. Solche linearen Umrechnungen zwischen Maus und Mensch sind wissenschaftlich nicht sauber, sie machen aber deutlich: Ein Nahrungsergänzungsmittel liefert nicht die Dosen, mit denen im Labor gearbeitet wird. Wer Reishi in vergleichbaren Größenordnungen aufnehmen will, müsste zu spezialisierten Reishi-Monopräparaten greifen — dieses Produkt ist als Kombination auf Artischocke und Mariendistel zugeschnitten und nutzt Reishi als Nebenkomponente.

Zur Einnahmeform: Reishi wird traditionell als Dekokt gekocht, weil die wasserlöslichen Polysaccharide durch längeres Erhitzen freigesetzt werden, während die Triterpene eher alkohollöslich sind. Ein Dual-Extrakt fängt beide Gruppen ab. Aus der Zutatenliste geht hervor, dass in Leberkraft ein Extrakt eingesetzt wird, der beide Fraktionen abbildet (Polysaccharide und Triterpene sind ausgewiesen).

Wer Reishi als Pulver aus getrocknetem Fruchtkörper kauft, bekommt in aller Regel ein weniger konzentriertes Produkt: Ein Extrakt im Verhältnis 10:1 bedeutet, dass für 60 mg Extrakt rund 600 mg getrockneter Pilz nötig waren. Extraktverhältnisse werden je nach Hersteller unterschiedlich angegeben — beim Leberkraft-Produkt ist das Verhältnis nicht ausgewiesen, ausgewiesen ist stattdessen der Gehalt an Wirkstoffgruppen.

Wirkung

Sohretoglu und Huang beschreiben in Anti-cancer Agents in Medicinal Chemistry 2018 antiproliferative und immunmodulatorische Effekte von Reishi-Polysacchariden in Zell- und Tiermodellen. Guo et al. zeigten 2021 in Carbohydrate Polymers an Mäusen, dass GLP in Dosen von 200–300 mg/kg entzündliche Marker im Darm senken und die Darmflora modulieren kann. Seweryn et al. fassen in Nutrients 2021 antioxidative, immunmodulierende und antidiabetische Aktivitäten der Polysaccharide zusammen — belastbare, große Studien am Menschen fehlen bisher.

Dosierung

Eine Tagesportion Leberkraft enthält 60 mg Reishi-Extrakt mit 18 mg Polysacchariden und 0,75 mg Triterpenen. Das ist eine unterstützende Dosis in einer Kombinationsrezeptur, keine Reishi-Monodosis. Die Tierstudie von Guo et al. 2021 nutzte 200–300 mg GLP pro Kilogramm Körpergewicht bei Mäusen — solche Werte sind nicht direkt auf den Menschen übertragbar. Eine einheitliche, wissenschaftlich abgesicherte Alltagsdosis für Menschen existiert nicht.

Natürliche Quellen

Wächst auf Laubbäumen, erhältlich als Pulver, Extrakt oder in Kapselform.

Wissenschaftliche Quellen

Milosavljevic & Barnes, Journal of Primary Health Care 2023, DOI: 10.1071/HC23105 Sohretoglu & Huang, Anti-cancer Agents in Medicinal Chemistry 2018, DOI: 10.2174/1871520617666171113121246 Guo et al., Carbohydrate Polymers 2021, DOI: 10.1016/j.carbpol.2021.118231 Seweryn et al., Nutrients 2021, DOI: 10.3390/nu13082725 Ahmad et al., Phytotherapy Research 2021, DOI: 10.1002/ptr.7215

Häufige Fragen

Woraus besteht Reishi eigentlich?

Der Pilz enthält vor allem Polysaccharide (α- und β-D-Glucane), Triterpene wie Ganodersäuren und Lucidensäuren, das Sterol Ergosterol, die Proteine LZ-8 und LZ-9 sowie Nukleoside wie Adenosin und Uridin. Das haben Ahmad et al. 2021 in Phytotherapy Research zusammengefasst.

Kann ich Reishi einfach als Pilz essen?

In der Praxis nicht. Der Fruchtkörper ist holzig-zäh und stark bitter, deshalb wird er zerkleinert und als Dekokt gekocht oder zu Extrakt verarbeitet. Kapseln und Pulver sind die üblichen Formen.

Warum stehen 60 mg Reishi neben 480 mg Artischocke?

Weil Leberkraft ein Artischocken-Mariendistel-Produkt ist. Reishi, Ginseng und Curcuma sind Begleitzutaten. Wer eine höher dosierte Reishi-Portion sucht, greift zu einem Reishi-Monopräparat.

Was heißt "18 mg Polysaccharide"?

Der Extrakt ist auf einen definierten Polysaccharidgehalt standardisiert. Von 60 mg Extrakt entfallen 18 mg auf diese Fraktion — rund 30 %. Damit ist eine Vergleichbarkeit zwischen Chargen gegeben.

Sind die Studien am Menschen oder an Tieren gemacht?

Die Guo-Studie 2021 wurde an Mäusen durchgeführt, die Übersichten von Sohretoglu & Huang und Seweryn beziehen sich überwiegend auf Zell- und Tierversuche. Klinische Studien am Menschen gibt es, sind aber klein und uneinheitlich.

Gibt es in der EU zugelassene Gesundheitsaussagen zu Reishi?

Nein. Für Reishi ist derzeit kein Health Claim nach der EU-Verordnung 1924/2006 zugelassen. Deshalb dürfen konkrete Wirkversprechen nicht gemacht werden.

Was ist der Unterschied zwischen Polysacchariden und Triterpenen?

Polysaccharide sind wasserlöslich und werden beim Kochen freigesetzt. Triterpene sind eher fett- und alkohollöslich und für den bitteren Geschmack verantwortlich. Ein guter Extrakt bildet beide Gruppen ab — bei Leberkraft sind 18 mg Polysaccharide und 0,75 mg Triterpene ausgewiesen.

Auf einen Blick

Kategorie
Vitalpilze
Auch bekannt als
Glänzender Lackporling, Ling Zhi, Ganoderma lucidum
Tags
ImmunsystemAdaptogenStressSchlafVitalpilz