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Brokkoli und Sulforaphan

Kreuzblütler als Quelle für Sulforaphan

Brokkoli und Sulforaphan

Brokkoli enthält kein fertiges Sulforaphan. Er enthält Glucoraphanin, eine Vorstufe, und dazu ein Enzym namens Myrosinase — beide sitzen in getrennten Abteilen der Pflanzenzelle. Erst wenn du schneidest oder kaust, treffen sie aufeinander, und dabei entsteht Sulforaphan.

Diese Reaktion ist der Grund, warum bei Brokkoli die Zubereitung mehr ausmacht als bei den meisten anderen Gemüsen. Hier steht, wie sie funktioniert, was Hitze damit macht und warum Brokkolisprossen eine Sonderrolle spielen.

Was ist Sulforaphan?

Sulforaphan ist ein Isothiocyanat, eine schwefelhaltige Verbindung aus der Familie der Kreuzblütler: Brokkoli, Kohl, Blumenkohl, Rosenkohl, Kresse, Senf. Gebildet wird es aus Glucoraphanin durch das Enzym Myrosinase, sobald die Pflanzenzelle verletzt wird. Der typisch kohlige, leicht scharfe Geruch beim Schneiden kommt von genau dieser Reaktion. Ein Teil der Wirkung im Labor beruht darauf, dass Isothiocyanate mit freien Radikalen reagieren.

Sulforaphan gehört zu den meistuntersuchten Pflanzenstoffen überhaupt; im Fokus stehen körpereigene Schutzsysteme der Zelle. Die meisten Ergebnisse stammen aus Zellversuchen. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe gibt es für Sulforaphan nicht.

Was in Brokkoli sonst noch steckt

Brokkoli ist mehr als sein bekanntester Inhaltsstoff. Er liefert Vitamin C, Zink und Magnesium. Für diese Nährstoffe gibt es geprüfte Angaben: Vitamin C und Zink tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Dazu kommen Ballaststoffe und Folat.

Die Leber baut Stoffe in zwei Phasen um und macht sie wasserlöslich, damit sie den Körper verlassen können. Schwefelverbindungen aus Kreuzblütlern sind in diesem Zusammenhang ein altes Forschungsthema. Wer pflanzliche Zubereitungen konzentriert nutzen will, findet sie unter anderem in unserem Leberkraft – 30-Tage-Leber-Boost.

Wie man das meiste aus Brokkoli herausholt

Hitze zerstört die Myrosinase. Deshalb bringt scharfes Kochen wenig: Dämpfen für 3-4 Minuten gilt als bester Kompromiss zwischen Bekömmlichkeit und Ausbeute. Roh geht auch — dann aber gründlich kauen oder fein schneiden und ein paar Minuten stehen lassen, bevor es weitergeht.

Ein zweiter Kniff: Wenn der Brokkoli doch länger gekocht wurde, hilft eine Prise Senfpulver oder etwas Kresse dazu, denn beide bringen eigene Myrosinase mit. Ansonsten passt Brokkoli gut zu Ingwer oder Moringa.

Brokkoli und die Umwelt

Brokkoli ist eine Kulturform des Gemüsekohls und im Anbau vergleichsweise anspruchslos. Er gedeiht in vielen Klimazonen, und wer saisonal kauft, spart lange Transportwege. In Mitteleuropa hat er im Sommer und Herbst Saison.

In der Küche ist er vielseitig: als Suppe, gedünstet als Beilage, roh im Salat oder im grünen Smoothie zusammen mit anderen Zutaten wie Chlorella. Und der Strunk gehört nicht in den Müll — geschält und in Scheiben geschnitten schmeckt er milder und süßer als die Röschen.

Fazit

Bei Brokkoli entscheidet die Zubereitung. Glucoraphanin trifft auf Myrosinase, sobald die Zelle verletzt wird, kurz gedämpft bleibt das Enzym erhalten — daraus entsteht Sulforaphan. Wer das weiß, holt aus demselben Kopf mehr heraus als jemand, der ihn weich kocht.

Für eine persönliche Beratung wende dich an deinen Arzt oder Ernährungsberater.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Warum ein Löffel Senf zum gekochten Brokkoli gehört

Sulforaphan steckt nicht fertig im Brokkoli. Im Gemüse liegt die Vorstufe Glucoraphanin, und erst das Enzym Myrosinase spaltet sie auf. Dieses Enzym sitzt in derselben Pflanze — nur überlebt es das Kochen nicht. Gekochter Brokkoli bringt also den Rohstoff mit, aber nicht mehr das Werkzeug.

Eine Untersuchung in Molecular Nutrition & Food Research (2018) hat den naheliegenden Ausweg geprüft: Myrosinase von außen dazugeben, aus Senfkörnern. Zwölf gesunde Erwachsene aßen im Wechsel 200 g gekochten Brokkoli — einmal pur, einmal mit 1 g braunem Senfpulver. Gemessen wurde anschließend über 24 Stunden, wie viel Sulforaphan-Abbauprodukt im Urin ankommt.

Ohne Senf waren es im Mittel 9,8 µmol je Gramm Kreatinin, mit Senf 44,7 µmol — grob das Vier- bis Fünffache aus derselben Portion Gemüse. Praktisch heißt das: etwas Senf, Rucola, Kresse oder Rettich zum gekochten Brokkoli, nach dem Kochen dazugegeben. Wer den Brokkoli nur kurz dämpft statt durchzukochen, erhält einen Teil der eigenen Myrosinase ohnehin.

Quellen

Die Zahlen zur Senfkorn-Myrosinase stammen aus:

  • Okunade O, Niranjan K, Ghawi SK, Kuhnle G, Methven L: Supplementation of the Diet by Exogenous Myrosinase via Mustard Seeds to Increase the Bioavailability of Sulforaphane in Healthy Human Subjects. Mol Nutr Food Res 2018;62(18):e1700980. PubMed 29806738

Die Arbeit misst, wie viel Sulforaphan-Abbauprodukt nach dem Essen im Urin ankommt. Sie sagt nichts darüber, was der Stoff im Körper bewirkt — und hier steht dazu auch nichts.

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Häufig gestellte Fragen

Ist roher oder gekochter Brokkoli besser?

Roh bleibt die Myrosinase erhalten, kurzes Dämpfen von 3-4 Minuten ist der beste Kompromiss. Langes Kochen zerstört das Enzym.

Wie oft sollte ich Brokkoli essen?

Eine feste Menge gibt es nicht. Mehrere Portionen Gemüse pro Woche sind eine gute Grundlage, Brokkoli passt gut dazu.

Kann Brokkoli bei allen Gesundheitszuständen gegessen werden?

In der Regel ja. Wenn du blutverdünnende Medikamente nimmst, sprich mit deinem Arzt — Kreuzblütler enthalten viel Vitamin K.

Was ist an Brokkolisprossen anders?

Sprossen enthalten deutlich mehr Glucoraphanin als der ausgewachsene Kopf. Deshalb werden Extrakte meist aus Sprossen gewonnen.

Bringen Sulforaphan-Kapseln dasselbe wie Brokkoli?

Kapseln liefern den Stoff konzentriert, oft aus Sprossen — als Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung, nicht als Ersatz dafür.

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