Kostenloser Versand60 Tage Geld-zurück-GarantieBio-zertifizierter Betrieb35.000+ zufriedene Kunden★★★★★Bewertungen
ProduktfinderDein Rezeptplan

Was ist Nootropikum?

Nootropika sind Substanzen, die die kognitive Leistungsfähigkeit, wie Gedächtnis, Konzentration und Kreativität, auf sichere Weise verbessern können.

Was ist Nootropikum?

Der Begriff Nootropikum stammt aus dem Griechischen: nous (Geist) und tropein (wenden, formen). Geprägt hat ihn 1972 der rumänisch-belgische Chemiker Corneliu Giurgea, der eine bestimmte Substanzklasse beschreiben wollte, die auf das Gehirn wirkt, ohne die typischen Nebenwirkungen von Stimulanzien oder Sedativa mitzubringen. Heute ist der Begriff unschärfer geworden. Er umfasst verschreibungspflichtige Medikamente, freiverkäufliche Nahrungsergänzungsmittel, Aminosäuren, Vitamine, Pilze und Pflanzenextrakte.

Die Bandbreite ist enorm. Eine Übersichtsarbeit von Malík und Tlustoš in Nutrients 2022 (DOI 10.3390/nu14163367) teilt Nootropika in vier Untergruppen ein: klassische synthetische Verbindungen (etwa aus der Piracetam-Familie), Substanzen, die den Hirnstoffwechsel ankurbeln, cholinerge Wirkstoffe sowie Pflanzen und deren Extrakte. Jede dieser Gruppen hat eigene Anwendungsgebiete, Dosisbereiche und Nebenwirkungsprofile. Manche stammen aus der klinischen Neurologie und werden bei Demenz oder nach Schlaganfällen eingesetzt, andere sind reine Lifestyle-Produkte für Studenten und Berufstätige.

Aus dem Pflanzenreich kommt der größte Teil dessen, was heute frei verkauft wird. Eine systematische Übersicht von Lorca et al. in Critical Reviews in Food Science and Nutrition 2023 (DOI 10.1080/10408398.2021.2021137) hat 256 Humanstudien aus dem Zeitraum Januar 2000 bis November 2021 ausgewertet und den Forschungsstand für sechs neurokognitive Bereiche zusammengetragen: Wahrnehmung und Motorik, Sprache, Lernen und Gedächtnis, Aufmerksamkeit, exekutive Funktionen und soziale Kognition. Das Ergebnis ist ernüchternd und zugleich interessant. Ginkgo biloba war der am haeufigsten untersuchte Kandidat im Bereich Wahrnehmung und Motorik. Bacopa monnieri, ein Kraut aus der ayurvedischen Tradition, zeigte in Studien Effekte auf Sprache, Lernen und Gedächtnis. Für andere Pflanzen ist die Datenlage dünner oder widersprüchlich.

Wichtig zu wissen: die Autoren sprechen ausdrücklich von proven and unproven effects, also belegten und nicht belegten Wirkungen. Nicht jede Pflanze, die als Cognitive Enhancer verkauft wird, hat auch valide Humandaten hinter sich. Bei manchen liegen nur Zellversuche oder Tierstudien vor. Bei anderen widersprechen sich die Studien. Und selbst wenn ein Effekt in einer Studie messbar war, war er oft klein und in einer spezifischen Gruppe zu finden, etwa bei älteren Menschen mit beginnendem Gedächtnisverlust, nicht bei gesunden jungen Erwachsenen.

Rechnet man die 256 einbezogenen Arbeiten auf die sechs Domänen um, entfallen im Schnitt rund 43 Studien pro Bereich. Das klingt viel, verteilt sich aber auf dutzende Pflanzen mit unterschiedlichen Extraktqualitäten, Dosierungen und Studiendesigns. Für den einzelnen Wirkstoff bleiben so oft nur eine Handvoll robuster Untersuchungen übrig. Genau das macht die Beurteilung so schwierig.

Auf der EU-Ebene gibt es für pflanzliche Nootropika keine zugelassenen gesundheitsbezogenen Angaben. Das bedeutet: ein Hersteller darf nicht auf die Packung schreiben, dass sein Produkt das Gedächtnis verbessert oder die Konzentration steigert. Was er darf, ist die Zusammensetzung nennen und auf zugelassene Nachbarnährstoffe verweisen, etwa Vitamine der B-Gruppe, die zur normalen Funktion des Nervensystems beitragen. Diese Nachbarnährstoffe sind auch der Grund, warum viele Nootropika-Formeln nicht nur den Pflanzenextrakt, sondern auch Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren enthalten.

Der Begriff Smart Drug ist irreführend. Malík und Tlustoš weisen 2022 darauf hin, dass auch pflanzliche Vertreter Nebenwirkungen und Kontraindikationen haben. Wechselwirkungen mit Blutverdünnern, Antidepressiva und Blutdruckmedikamenten sind für verschiedene Pflanzenextrakte beschrieben. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor der Verwendung mit einem Arzt oder Apotheker sprechen.

Was Nootropika in der Regel nicht können: aus einem schlecht ausgeschlafenen, gestressten und einseitig ernährten Gehirn ein leistungsfähiges Gehirn machen. Schlaf, Bewegung, Ernährung und mentale Belastungssteuerung schlagen praktisch jede Kapsel. Wer sich vorstellt, mit einem pflanzlichen Präparat vier Stunden Schlaf zu ersetzen oder ein Examen ohne Vorbereitung zu bestehen, wird enttäuscht. Realistischer ist die Rolle als möglicher Baustein in einem gesunden Alltag – nicht als Abkürzung.

Die Forschung an dieser Substanzklasse läuft weiter. Bis 2021 waren es die 256 Arbeiten, die Lorca et al. gesichtet haben; seither sind weitere hinzugekommen. Wer sich informieren will, findet die Originalstudien über die DOI-Nummer in jeder wissenschaftlichen Datenbank.

Auch bekannt als

Gehirn-Booster, Smart Drugs, Cognitive Enhancer

GehirnKonzentrationGedächtnisLernen