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Löwenzahn: Bitterstoffe und Verwendung

Wildgemüse, Wurzelkaffee und traditionelle Verwendung

Löwenzahn: Bitterstoffe und Verwendung

Löwenzahn wächst überall, wo ihn niemand haben will, und ist trotzdem eines der vielseitigsten Wildgemüse Europas. Die jungen Blätter kommen in den Salat, die geröstete Wurzel wird als Kaffeeersatz aufgegossen, aus den Blüten kocht man Sirup. Für den typischen Geschmack sorgen Bitterstoffe, allen voran Taraxacin.

In der Volksheilkunde hat die Pflanze eine lange Geschichte rund um Verdauung und Galle. Dieser Artikel trennt, was davon Überlieferung ist und was Forschungsstand — und zeigt, wie du Löwenzahn in der Küche verwendest, ohne dass es zu bitter wird.

Was im Löwenzahn steckt

Löwenzahnblätter liefern Vitamin C, Kalium und Eisen. Für diese Mikronährstoffe gibt es geprüfte Angaben: Vitamin C trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei, Eisen trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Dazu kommen Bitterstoffe und weitere Pflanzenstoffe, deren Reaktionen mit freien Radikalen und unter oxidativem Stress untersucht werden.

Zu den Blutfetten gibt es Untersuchungen an Tieren, in denen Löwenzahnextrakt den Gesamtcholesterin- und Triglyceridspiegel senkte. Ergebnisse aus dem Tierversuch lassen sich nicht auf den Menschen übertragen; für den Löwenzahn gibt es in der EU keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe.

Traditionelle Verwendung von Löwenzahn

Die Anwendung des Löwenzahns hat eine lange Tradition. Schon in der mittelalterlichen Klostermedizin wurde er rund um Leber und Galle eingesetzt — wegen seiner Bitterstoffe, nicht wegen Silymarin, das in der Mariendistel steckt und nicht im Löwenzahn. Bitterstoffe lösen im Mund einen Reflex aus, der die Bildung von Speichel, Magensaft und Galle anregt.

Daneben wurde Löwenzahn traditionell als harntreibendes Mittel verwendet; im Französischen heißt er bis heute pissenlit. Auch das ist Überlieferung — eine im Lebensmittelrecht zugelassene Angabe folgt daraus nicht.

Moderne Anwendung: Löwenzahn in der Ernährung

In der Küche sind die jungen Blätter vor der Blüte am mildesten; später werden sie deutlich bitterer. Als Salat vertragen sie ein kräftiges Dressing mit Öl und etwas Süße, das nimmt die Bitternote. Die geröstete Wurzel ergibt ein dunkles, malziges Getränk, das früher als Kaffeeersatz gebräuchlich war. Gepflückt wird abseits von Straßenrändern und Hundewegen.

Wer nicht selbst sammeln will, findet pflanzliche Zubereitungen im Regal, etwa unseren Leberkraft – 30-Tage-Leber-Boost.

Mögliche Nebenwirkungen und Vorsichtsmaßnahmen

Für die meisten Menschen ist Löwenzahn unproblematisch. Wer auf Korbblütler allergisch reagiert, sollte vorsichtig sein, denn Löwenzahn gehört zu dieser Familie. Bei Nieren- oder Gallenblasenproblemen und bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme klär den Verzehr besser vorher mit deinem Arzt ab. Der Milchsaft aus Stängel und Wurzel hinterlässt auf der Haut Flecken und kann empfindliche Haut reizen.

Womit Löwenzahn kombiniert wird

In Kräutermischungen steht Löwenzahn oft neben Curcuma und Ingwer — Pflanzen mit Bitter- und Scharfstoffen, die in der Küche seit jeher zu fettem Essen gereicht werden. Auch Chlorella taucht in solchen Mischungen auf. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe gibt es für keine dieser Pflanzen.

Anders sieht es bei Vitaminen aus: Vitamin B12 trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei. Unser Vitamin B12 flüssig deckt diesen Nährstoff ab, wenn du dich pflanzlich ernährst.

Wildkraut gegen Kulturgemüse: was die Analyse zeigt

Löwenzahnblätter gelten als Arme-Leute-Salat, und genau das ist ein Missverständnis. Eine Untersuchung in Archivos Latinoamericanos de Nutrición (1997) hat wildwachsende Blattgemüse aus dem argentinischen Chaco über drei Erntesaisons hinweg vermessen — darunter Taraxacum officinale, den gewöhnlichen Löwenzahn.

Bestimmt wurden Eiweiß, Fett, Rohfaser, Asche, Zucker, Stärke und Pektin, dazu die Mineralstoffe Calcium, Natrium, Kalium, Magnesium, Eisen und Phosphor sowie Ascorbinsäure und Beta-Carotin. Der Vergleich fiel deutlich aus: In den Wildblättern lagen die Makronährstoffe höher als in den kommerziell angebauten Arten, gegen die verglichen wurde — Mangold, Spinat und Chicorée.

Das passt zu einer alten Beobachtung: Kulturgemüse ist über Generationen auf Ertrag, Milde und Haltbarkeit gezüchtet worden, Wildkräuter nicht. Wer Löwenzahn im Frühjahr erntet, bekommt ein Blatt, das nie auf Mildheit selektiert wurde — daher der kräftige Geschmack und daher die dichteren Werte.

Quellen

Die Nährstoffvergleiche stammen aus:

  • Rozycki VR, Baigorria CM, Freyre MR, Bernard CM, Zannier MS, Charpentier M: Nutrient content in vegetable species from the Argentine Chaco. Arch Latinoam Nutr 1997;47(3):265–70. PubMed 9673684

Gemessen wurden Pflanzen einer bestimmten Region und Erntezeit. Standort und Saison beeinflussen solche Werte — die Größenordnung ist übertragbar, die einzelne Zahl nicht.

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Häufig gestellte Fragen

Wie nehme ich Löwenzahn am besten zu mir?

Junge Blätter als Salat, die geröstete Wurzel als Getränk, die Blüten als Sirup. Vor der Blüte sind die Blätter am mildesten.

Kann Löwenzahn Nebenwirkungen haben?

Möglich sind Allergien, vor allem bei Empfindlichkeit gegen Korbblütler. Bei Nieren- oder Gallenblasenproblemen frag vorher deinen Arzt.

Was ist an der Entgiftung mit Löwenzahn dran?

Den Abbau von Stoffwechselprodukten erledigen Leber und Nieren selbst. Löwenzahn wurde traditionell als harntreibendes Mittel verwendet; eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe gibt es dafür nicht.

Kann ich Löwenzahn in Kombination mit anderen Kräutern verwenden?

Ja. In Kräutermischungen steht er häufig neben Curcuma und Ingwer.

Welche Nährstoffe sind in Löwenzahn enthalten?

Vitamin C, Kalium und Eisen, dazu Bitterstoffe wie Taraxacin.

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