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Hormonbalance und Ernährung

Was Nährstoffe im Hormonstoffwechsel tatsächlich tun

Hormonbalance und Ernährung

Hormone sind Botenstoffe. Sie steuern Stoffwechsel, Schlaf, Zyklus, Stimmung und Muskelaufbau, und sie arbeiten in Regelkreisen: Ein Wert steigt, ein anderer bremst gegen. Die Ernährung greift an mehreren Stellen ein — als Baustoff, als Energiequelle und über die Leber, die Hormone wieder abbaut.

Dieser Artikel zeigt, welche Nährstoffe dabei eine geprüfte Rolle spielen, wo Pflanzenstoffe wie Lignane oder Ashwagandha stehen und warum "Hormone natürlich regulieren" als Versprechen nicht haltbar ist.

Die Rolle von Mikronährstoffen in der Hormonbalance

Zwei Mineralstoffe haben hier zugelassene Aussagen. Magnesium trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei und zu einer normalen Muskelfunktion. Zink trägt zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei sowie zu einer normalen Fruchtbarkeit und Reproduktion. Jod trägt zu einer normalen Funktion der Schilddrüse bei.

Magnesium und Zink stecken in Nüssen, Samen, Hülsenfrüchten, Vollkorn, Käse und grünem Blattgemüse, Jod vor allem in Seefisch, Milchprodukten und jodiertem Salz. Wer ergänzen will, findet bei uns Magnesium Citrat forte. Ein Mangel ist eine Sache für den Blutwert, nicht fürs Bauchgefühl.

Adaptogene: was der Begriff bedeutet

Adaptogen ist ein Sammelbegriff für Pflanzen, die traditionell bei Belastung eingesetzt werden. Ashwagandha ist die bekannteste davon und gehört im Ayurveda zu den Rasayana-Pflanzen. Ein rechtlich geprüfter Wirknachweis steckt in dem Wort nicht.

Für Ashwagandha Bio Kapseln gibt es entsprechend keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Bei Schilddrüsenerkrankungen sowie in Schwangerschaft und Stillzeit gehört die Einnahme vorher ärztlich besprochen.

Der Einfluss von Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind Bausteine jeder Zellmembran und Ausgangsstoff für Botenstoffe, die entzündliche Vorgänge steuern. Zugelassen ist: EPA und DHA tragen zu einer normalen Herzfunktion bei, DHA zusätzlich zur normalen Gehirnfunktion und zur Erhaltung normaler Sehkraft.

Quellen sind fetter Seefisch, Algenöl, Leinsamen und Walnüsse. Der Zusammenhang zwischen Fettsäuren und Zyklusbeschwerden wird untersucht; ein Versprechen lässt sich daraus nicht machen.

Warum die Leber dazugehört

Hormone werden nicht nur gebildet, sondern auch wieder abgebaut. Das erledigt zum großen Teil die Leber, indem sie sie chemisch umbaut und über Galle und Nieren ausschleust. Bitteres Gemüse wie Artischocke gehört traditionell auf den Tisch, und Mariendistel ist die am längsten untersuchte Pflanze in diesem Zusammenhang.

Unser Leberkraft – 30-Tage-Leber-Boost stammt aus dieser Pflanzenecke. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe gibt es für diese Pflanzenstoffe nicht — was hier wirklich zählt, sind Alkoholmenge, Körpergewicht und Bewegung.

Antioxidantien: was belegt ist

Hormonbildende Drüsen arbeiten mit hohem Stoffwechseltempo, dabei entstehen freie Radikale. Für den Schutz der Zellen vor oxidativem Stress gibt es geprüfte Aussagen, etwa für Selen, Kupfer und Riboflavin. Für die Antioxidantien aus Chlorella gibt es keine.

Chlorella Bio Tabletten liefern Chlorophyll, Eiweiß und Mineralstoffe. Als Zutat sind sie in Ordnung, als Hormonprogramm nicht.

Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Wo Lignane und Isoflavone tatsächlich drinstecken

Über Phytoöstrogene wird viel geschrieben und wenig gemessen. Eine der gründlicheren Bestandsaufnahmen ist eine Datenbankarbeit von 2006, für die 121 Lebensmittel so zubereitet wurden, wie man sie üblicherweise isst, und anschließend per Gaschromatographie-Massenspektrometrie auf neun verschiedene Phytoöstrogene untersucht wurden: die Isoflavone Genistein, Daidzein, Glycitein und Formononetin, die Lignane Secoisolariciresinol, Matairesinol, Pinoresinol und Lariciresinol sowie Coumestrol.

Nach Gesamtgehalt je 100 g ergab sich diese Reihenfolge der Lebensmittelgruppen: Nüsse und Ölsaaten zuerst, dann Sojaerzeugnisse, danach Getreide und Brot, Hülsenfrüchte und mit Abstand Fleischerzeugnisse. Dass Nüsse und Ölsaaten vor Soja liegen, überrascht die meisten — es liegt an den Lignanen, die in der öffentlichen Diskussion hinter den Isoflavonen verschwinden.

Quellen

Die Rangfolge und die untersuchten Stoffe stammen aus:

  • Thompson LU, Boucher BA, Liu Z, Cotterchio M, Kreiger N: Phytoestrogen content of foods consumed in Canada, including isoflavones, lignans, and coumestan. Nutr Cancer 2006;54(2):184–201. PubMed 16898863

Es handelt sich um eine Gehaltsanalyse von Lebensmitteln, nicht um eine Studie an Menschen. Aus Gehalten lässt sich keine Wirkung ableiten, und hier wird auch keine behauptet.

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Häufig gestellte Fragen

Welche Nährstoffe haben im Hormonstoffwechsel eine geprüfte Rolle?

Zink trägt zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels im Blut bei, Jod trägt zu einer normalen Funktion der Schilddrüse bei. Zink steckt in Fleisch, Käse, Kürbiskernen und Linsen, Jod in Seefisch, Milchprodukten und jodiertem Salz.

Welche Rolle spielen Antioxidantien beim Zellschutz?

Für Selen, Kupfer und Riboflavin ist zugelassen, dass sie zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress beitragen. Eine Aussage zu Hormonen folgt daraus nicht.

Was sind Adaptogene wie Ashwagandha?

Traditionell verwendete Pflanzen, in der Forschung viel beachtet. Eine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe haben sie nicht.

Warum ist die Leber für den Hormonstoffwechsel wichtig?

Sie baut Hormone wieder ab und bereitet sie zur Ausscheidung vor. Alkoholmenge, Körpergewicht und Bewegung sind hier die großen Hebel.

Bringen Präparate hier etwas?

Nur wenn ein Nährstoff wirklich fehlt, und das zeigt ein Blutwert. Pflanzenpräparate sind Forschungsthema und kein Ersatz für eine Abklärung.

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