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Artemisia annua

Artemisia annua, auch Einjähriger Beifuß genannt, ist eine traditionelle chinesische Heilpflanze, die für ihre vielfältigen gesundheitlichen Vorteile bekannt ist, insbesondere durch den Wirkstoff Artemisinin.

Artemisia annua
Ein Blatt Artemisia annua enthält je nach Wuchsbedingungen zwischen 0,01 und 0,5 Prozent Artemisinin — das hat Laughlin bereits 1994 in den Transactions of the Royal Society of Tropical Medicine and Hygiene zusammengefasst. Die höchsten Werte finden sich in den Blättern kurz vor der Blüte. Diese Zahl ist der Grund, warum der Einjährige Beifuß bis heute im Fokus der Malariaforschung steht: Aus einer eher unscheinbaren Pflanze lässt sich ein pharmakologisch hochinteressanter Sesquiterpen-Lacton-Wirkstoff gewinnen. Botanisch gehört Artemisia annua zur Familie der Korbblütler. Der Einjährige Beifuß stammt aus Eurasien, wächst inzwischen aber weltweit — bevorzugt auf sonnigen, trockenen und nährstoffreichen Böden. In der traditionellen chinesischen Medizin ist die Pflanze unter dem Namen Qing hao geführt. Im englischen Sprachraum heißt sie Sweet Wormwood oder Sweet Annie. Der für die Forschung entscheidende Inhaltsstoff ist Artemisinin, ein Sesquiterpen-Lacton mit einer ungewöhnlichen Endoperoxid-Brücke. Genau diese chemische Besonderheit ist der Grund, warum sich seit Jahrzehnten Arbeitsgruppen mit dem Molekül beschäftigen. Wen et al. haben 2024 in Molecules (DOI 10.3390/molecules29163886) einen Überblick über die präklinischen Arbeiten zu Artemisinin und seinen Derivaten im onkologischen Kontext veröffentlicht. Die Autoren betonen, dass die Substanzklasse weltweit fest in der Malariabehandlung etabliert ist und dass darüber hinaus in den letzten Jahrzehnten Untersuchungen zu anderen Anwendungsfeldern hinzugekommen sind. Ob sich daraus einmal klinisch nutzbare Optionen ergeben, ist offen — die zitierte Übersicht spricht ausdrücklich von einer Grundlage für weitere Erforschung, nicht von belegter Wirksamkeit beim Menschen. Eine zweite Forschungsrichtung dreht sich um immunmodulierende Effekte. Efferth & Oesch haben 2021 in Medicinal Research Reviews (DOI 10.1002/med.21842) zusammengetragen, welche zellulären Signalwege in Laborarbeiten durch Artemisinin-Verbindungen beeinflusst werden — unter anderem Rezeptoren für Interleukin-1, TNF-alpha, Toll-like-Rezeptoren sowie nachgeschaltete Kinasen wie ERK, JNK, PI3K und AKT. Gao et al. haben 2024 in derselben Zeitschrift (DOI 10.1002/med.22001) eine Übersicht speziell zu Autoimmunerkrankungen vorgelegt, in der rheumatoide Arthritis, Multiple Sklerose und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen als untersuchte Indikationen genannt werden. Wichtig für die Einordnung: Das sind Übersichtsarbeiten über präklinische Daten und einzelne klinische Ansätze, keine Zulassungsstudien. Xian & Zhang haben 2021 in Allergy (DOI 10.1111/all.14539) einen Beitrag zur sublingualen Immuntherapie mit Artemisia annua veröffentlicht — der Titel spricht selbst vom "ersten Schritt", nicht von einem etablierten Verfahren. Was die Forschung ausdrücklich NICHT zeigt: Es gibt für Artemisia annua in der EU keine zugelassene gesundheitsbezogene Angabe. Ein Nahrungsergänzungsmittel oder eine Tinktur ist kein Arzneimittel. Die genannten Studien beschreiben Molekülwirkungen im Labor, tierexperimentelle Befunde und einzelne klinische Ansätze — keine Heilversprechen für den Alltag. Zum Produkt selbst: Die Tinktur im Sortiment ist alkoholfrei und besteht aus rein pflanzlichem Glycerin aus Bio-Leinsamen, destilliertem Wasser und Blättern des Einjährigen Beifuß. Die Auszüge reifen mindestens drei Monate in speziellen Reiferäumen und werden von Hand aufgerührt. Chemische Zusatzstoffe, Farbstoffe oder Aromen sind nicht enthalten. Die Flasche fasst 100 ml, der Preis liegt bei 34,90 Euro — das entspricht 34,9 Cent pro Milliliter. Nährwertseitig liefert die Tinktur 300 kcal pro 100 ml, was ausschließlich aus dem Glycerinanteil stammt; Fett, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz sind mit 0 g ausgewiesen. Ein üblicher Tropfen aus einer Pipette hat etwa 0,05 ml — eine 100-ml-Flasche entspricht damit rein rechnerisch rund 2.000 Tropfen. Wer davon täglich 20 Tropfen nähme, käme mit einer Flasche etwa 100 Tage aus, was einem Tagespreis von rund 35 Cent entspricht. Eingesetzt wird das Produkt laut Herstellerangabe zur äußeren Anwendung, etwa als Duftöl, Badezusatz oder für Kompressen und Wickel. Im Sortiment ist die Tinktur seit dem 25.5.2021. Bei Krankheiten, gleichzeitiger Einnahme von Medikamenten, Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Kindern gehört die Frage nach der Anwendung in die Hände von Arzt oder Heilpraktiker — das gilt für Artemisia annua ganz besonders, weil Artemisinin ein pharmakologisch aktives Molekül ist und in mehreren der zitierten Arbeiten Wechselwirkungen mit Signalwegen dokumentiert sind, die auch von Medikamenten adressiert werden.

Wirkung

Artemisinin aus Artemisia annua ist ein Sesquiterpen-Lacton mit Endoperoxid-Brücke und wird international in der Malariatherapie eingesetzt (Laughlin, Trans R Soc Trop Med Hyg 1994). Darüber hinaus liegen Übersichtsarbeiten zu präklinischen Effekten auf Tumorzelllinien (Wen et al., Molecules 2024) und zu immunmodulierenden Signalwegen bei Entzündungs- und Autoimmunmodellen vor (Efferth & Oesch, Med Res Rev 2021; Gao et al., Med Res Rev 2024). Ein Beitrag zur sublingualen Immuntherapie mit Artemisia annua ist bei Xian & Zhang, Allergy 2021 beschrieben — die Autoren sprechen ausdrücklich von einem ersten Schritt.

Dosierung

Die Produktangabe nennt keine Verzehrmenge, weil die Tinktur laut Hersteller zur äußeren Anwendung (Duftöl, Badezusatz, Kompressen, Wickel) vorgesehen ist. Die zitierten Studien beziehen sich auf isoliertes Artemisinin und dessen Derivate in pharmazeutischen Dosierungen, nicht auf glycerinhaltige Pflanzenauszüge — eine Übertragung auf die Tinktur ist wissenschaftlich nicht möglich. Bei 100 ml Füllmenge und etwa 0,05 ml pro Pipettentropfen enthält die Flasche rechnerisch rund 2.000 Tropfen.

Natürliche Quellen

Der Einjährige Beifuß ist ursprünglich in Eurasien beheimatet, wird aber heute weltweit angebaut. Er wächst bevorzugt auf sonnigen, trockenen und nährstoffreichen Böden.

Wissenschaftliche Quellen

Wen et al., Molecules 2024, DOI 10.3390/molecules29163886 Efferth & Oesch, Medicinal Research Reviews 2021, DOI 10.1002/med.21842 Xian & Zhang, Allergy 2021, DOI 10.1111/all.14539 Gao et al., Medicinal Research Reviews 2024, DOI 10.1002/med.22001 Laughlin, Transactions of the Royal Society of Tropical Medicine and Hygiene 1994, DOI 10.1016/0035-9203(94)90465-0

Häufige Fragen

Ist die Tinktur alkoholfrei?

Ja. Als Auszugsmittel dient rein pflanzliches Glycerin aus Bio-Leinsamen zusammen mit destilliertem Wasser. Alkohol ist nicht enthalten.

Woher stammen die Pflanzen?

Die Blätter des Einjährigen Beifuß stammen. Die Tinkturen werden von Hand aufgerührt und reifen mindestens drei Monate in speziellen Reiferäumen.

Wofür ist das Produkt gedacht?

Laut Herstellerangabe zur äußeren Anwendung, zum Beispiel als Duftöl, Badezusatz oder für Kompressen und Wickel. Eine Verzehrempfehlung gibt der Hersteller nicht.

Wie viele Tropfen sind in einer Flasche?

Bei 100 ml Füllmenge und rund 0,05 ml pro Pipettentropfen entspricht das rechnerisch etwa 2.000 Tropfen pro Flasche.

Kann ich mit Artemisia annua eine Krankheit behandeln?

Nein. Es handelt sich um einen Pflanzenauszug, kein Arzneimittel. In der EU sind für Artemisia annua keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Bei Krankheiten, Medikamenteneinnahme, Schwangerschaft oder Stillzeit ist ärztlicher oder heilpraktischer Rat einzuholen.

Ist das Produkt vegan und ohne Tierversuche?

Ja. Der Hersteller gibt an: 100 Prozent vegan, ohne Gentechnik, frei von Tierversuchen, ohne Farbstoffe und Aromen, laborgeprüft.

Was ist Artemisinin überhaupt?

Ein Sesquiterpen-Lacton aus Artemisia annua mit einer ungewöhnlichen Endoperoxid-Brücke. Wildwachsende Pflanzen enthalten laut Laughlin (1994) zwischen 0,01 und 0,5 Prozent Artemisinin, mit den höchsten Werten in den Blättern kurz vor der Blüte.

Auf einen Blick

Kategorie
Pflanzenextrakte
Auch bekannt als
Einjähriger Beifuß, Sweet Wormwood, Sweet Annie, Qing hao
Tags
PflanzenextraktImmunsystemAntioxidantienTCM