Die Große Brennnessel (Urtica dioica) hat zu Unrecht einen schlechten Ruf. Bei genauerem Hinsehen entpuppt sie sich als wahres Superfood und vielseitige Heilpflanze. Ihre Blätter und Wurzeln sind reich an wertvollen Inhaltsstoffen wie Flavonoiden, Mineralstoffen (Eisen, Kalzium, Silizium), Vitaminen (A, C) und organischen Säuren. Traditionell ist die Brennnessel vor allem für ihre harntreibende (diuretische) Wirkung bekannt. Sie erhöht die Harnmenge und wird daher zur Durchspülung der ableitenden Harnwege bei leichten Beschwerden eingesetzt. Diese 'Spülkur' hilft, Bakterien auszuschwemmen und die Nierenfunktion zu unterstützen. Im Gegensatz zu synthetischen Diuretika führt die Brennnessel dem Körper gleichzeitig Mineralstoffe zu und beugt so einem Mangel vor. Ein weiteres wichtiges Anwendungsgebiet ist die unterstützende Behandlung von rheumatischen Beschwerden und Arthrose. Extrakte aus Brennnesselblättern haben entzündungshemmende Eigenschaften gezeigt. Sie können die Bildung von entzündungsfördernden Zytokinen hemmen und so zur Linderung von Gelenkschmerzen und zur Verbesserung der Beweglichkeit beitragen. Die Brennnesselwurzel wird hingegen vor allem bei Männern zur Linderung von Beschwerden bei einer gutartigen Prostatavergrößerung (BPH) im Anfangsstadium eingesetzt. Aufgrund ihres hohen Eisengehalts wird Brennnesseltee oder -saft auch traditionell zur Unterstützung der Blutbildung empfohlen.
Wirkung
Wirkt harntreibend und unterstützt die Durchspülung der Harnwege. Besitzt entzündungshemmende Eigenschaften, die bei Gelenkbeschwerden lindernd wirken können.
Dosierung
Für eine Durchspülungstherapie werden täglich 3-4 Tassen Brennnesseltee empfohlen. Bei Extrakten zur Gelenkunterstützung liegen die Dosen oft bei 600-1200 mg pro Tag.
Natürliche Quellen
Blätter, Kraut und Wurzeln der Brennnesselpflanze; als Tee, Frischpflanzenpresssaft oder Trockenextrakt.
Wissenschaftliche Quellen
PubMed: 16635983, 9923611; ESCOP Monographs, 2nd ed., 2003.