Kostenloser Versand60 Tage Geld-zurück-GarantieBio-zertifizierter Betrieb35.000+ zufriedene Kunden★★★★★Bewertungen
ProduktfinderDein Rezeptplan

Chlorophyll

Chlorophyll ist der grüne Farbstoff, der Pflanzen die Photosynthese ermöglicht. Als Nahrungsergänzungsmittel wird es für seine antioxidativen und desodorierenden Eigenschaften geschätzt.

Chlorophyll
Ohne Chlorophyll gäbe es kein grünes Blatt, keinen Salat, keinen Baum – und letztlich auch keinen Sauerstoff in der Atmosphäre. Der Farbstoff sitzt in den Chloroplasten der Pflanzenzellen und fängt dort Licht ein, um daraus zusammen mit Wasser und Kohlendioxid Zucker zu bauen. Chemisch gesehen ist das Molekül ein Porphyrinring mit einem Magnesium-Ion im Zentrum – strukturell übrigens erstaunlich nah verwandt mit dem roten Blutfarbstoff Hämoglobin, bei dem im Zentrum statt Magnesium ein Eisen sitzt.

In der Natur gibt es nicht nur ein Chlorophyll, sondern mehrere Varianten. Am bekanntesten sind Chlorophyll a und b, die in unterschiedlichen Verhältnissen in Landpflanzen vorkommen. Algen enthalten zusätzlich weitere Formen. Besonders reichlich findest du Chlorophyll in dunkelgrünem Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl und Petersilie sowie in Mikroalgen wie Chlorella und Spirulina. Als Faustregel gilt: Je intensiver das Grün, desto höher der Chlorophyllgehalt.

Die Photosynthese selbst ist ein hochkomplexer, fein regulierter Prozess. Tanaka & Tanaka beschrieben 2006 in Current Opinion in Plant Biology, dass der Chlorophyll-Stoffwechsel weit über die reine Farbstoffbildung hinausgeht: Er beeinflusst den Aufbau der photosynthetischen Maschinerie, den programmierten Zelltod, das sogenannte 'stay-green'-Phänomen bei alternden Blättern und sogar die Kommunikation zwischen Chloroplast und Zellkern. Was lange als simpler Farbstoff galt, entpuppte sich als Bestandteil eines vielschichtigen Regelsystems.

Wie effizient eine Pflanze mit Licht umgeht, lässt sich messen. Maxwell & Johnson gaben 2000 im Journal of Experimental Botany einen praktischen Leitfaden zur Chlorophyll-Fluoreszenz-Analyse heraus – einer Methode, die inzwischen zu den wichtigsten Werkzeugen der Pflanzenphysiologie zählt. Wenn Chlorophyll Licht aufnimmt, gibt es einen kleinen Teil davon als schwaches rotes Leuchten wieder ab. Aus diesem Signal lassen sich Rückschlüsse ziehen, wie gestresst eine Pflanze ist, wie gut ihre Photosynthese läuft oder wie sie auf Trockenheit reagiert. Für die Landwirtschaft und Ökologie ist das eine wertvolle Diagnosetechnik.

Was passiert eigentlich mit Chlorophyll, wenn ein Blatt im Herbst gelb wird? Die grüne Farbe verschwindet nicht einfach – sie wird aktiv abgebaut. Kräutler beschrieb 2008 in Progress in the Chemistry of Organic Natural Products die sogenannten Chlorophyll-Katabolite: farblose Abbauprodukte, die in alternden Blättern in der Vakuole eingelagert werden. Der scheinbar simple Farbwechsel im Herbstlaub ist in Wirklichkeit ein aufwendig gesteuerter enzymatischer Prozess.

Über die Rolle von Chlorophyll für den Menschen wird schon lange nachgedacht. Bereits 1953 widmete das British Medical Journal dem Farbstoff einen eigenen Beitrag – damals wurde Chlorophyllin, ein wasserlösliches Kupfer-Derivat, unter anderem zur Geruchsneutralisierung eingesetzt. In der EU ist das Molekül heute als Lebensmittelfarbstoff unter den Nummern E 140 (Chlorophyll) und E 141 (Kupferkomplexe) zugelassen. Es färbt Nudeln, Süßwaren, Getränke und Kosmetik grün.

Wer Chlorophyll gezielt über die Nahrung aufnehmen möchte, muss keine Kapseln bemühen. Eine Portion frischer Spinat (etwa 100 Gramm) liefert grob 100 bis 200 Milligramm Chlorophyll, Petersilie ähnlich viel bezogen auf das Gewicht. Ein Teelöffel Chlorella-Pulver (rund 3 Gramm) enthält je nach Qualität 60 bis 90 Milligramm. Zum Vergleich: Ein durchschnittliches Salatblatt bringt es auf wenige Milligramm. Wer also täglich einen bunten Teller Gemüse isst, nimmt automatisch messbare Mengen auf.

Ehrlich bleiben muss man bei den gesundheitlichen Fragen: Belastbare Aussagen darüber, was aufgenommenes Chlorophyll im menschlichen Körper konkret bewirkt, sind aus den vier hier zitierten Arbeiten nicht ableitbar – drei davon beschäftigen sich mit der Rolle des Farbstoffs in der Pflanze, nicht im Menschen. Für gesundheitsbezogene Angaben zu Chlorophyll gibt es in der EU derzeit keine zugelassenen Health Claims. Was du sicher weißt: Grünes Gemüse gehört zu den nährstoffdichtesten Lebensmitteln überhaupt – nicht wegen des Farbstoffs allein, sondern wegen der Kombination aus Vitaminen, Mineralien, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen.

Wirkung

Die vorliegenden Arbeiten befassen sich überwiegend mit Chlorophyll in der Pflanze: Tanaka & Tanaka (Current Opinion in Plant Biology, 2006) beschreiben den komplexen Stoffwechsel des Farbstoffs, Kräutler (Progress in the Chemistry of Organic Natural Products, 2008) den Abbau zu Chlorophyll-Katabolyten, Maxwell & Johnson (Journal of Experimental Botany, 2000) die Fluoreszenz-Analyse als Diagnosewerkzeug. Ein früher Übersichtsartikel im British Medical Journal (1953) beleuchtete Anwendungen von Chlorophyllin. Wirkbelege für den Menschen lassen sich aus diesen Publikationen nicht ableiten.

Dosierung

Aus den zitierten Studien ergeben sich keine Dosierempfehlungen für den Menschen. Über die normale Ernährung sind messbare Mengen leicht zu erreichen: 100 Gramm Spinat enthalten etwa 100 bis 200 Milligramm Chlorophyll, ein Teelöffel Chlorella-Pulver (rund 3 Gramm) je nach Qualität 60 bis 90 Milligramm.

Natürliche Quellen

Chlorophyll ist in allen grünen Pflanzen und Gemüse reichlich vorhanden, insbesondere in Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl, Petersilie und in Algen wie Chlorella und Spirulina.

Wissenschaftliche Quellen

Maxwell & Johnson, Journal of Experimental Botany 2000, DOI: 10.1093/jxb/51.345.659 Tanaka & Tanaka, Current Opinion in Plant Biology 2006, DOI: 10.1016/j.pbi.2006.03.011 Kräutler, Progress in the Chemistry of Organic Natural Products 2008, DOI: 10.1007/978-3-211-74019-4_1 CHLOROPHYLL, British Medical Journal 1953

Häufige Fragen

Was ist Chlorophyll überhaupt?

Chlorophyll ist der grüne Farbstoff in Pflanzen, Algen und einigen Bakterien. Er fängt Sonnenlicht ein und macht Photosynthese möglich. Chemisch ist es ein Porphyrinring mit einem Magnesium-Ion im Zentrum.

Ist Chlorophyll mit Hämoglobin verwandt?

Strukturell ja. Beide Moleküle bestehen aus einem Porphyrinring. Der Unterschied liegt im Zentralatom: Chlorophyll trägt Magnesium, Hämoglobin trägt Eisen.

Welche Lebensmittel enthalten viel Chlorophyll?

Dunkelgrünes Blattgemüse wie Spinat, Grünkohl, Petersilie, Rucola und Mangold. Auch Mikroalgen wie Chlorella und Spirulina sind konzentrierte Quellen. Grobe Faustregel: Je intensiver das Grün, desto mehr Chlorophyll.

Warum werden Blätter im Herbst gelb?

Chlorophyll wird aktiv abgebaut. Kräutler beschrieb 2008 die farblosen Abbauprodukte, die in der Vakuole der Blattzellen eingelagert werden. Was zurückbleibt, sind die vorher überdeckten gelben und roten Farbstoffe.

Was bedeutet die E-Nummer 140?

E 140 ist Chlorophyll als Lebensmittelfarbstoff, E 141 sind seine Kupferkomplexe. Beide sind in der EU als Farbstoffe zugelassen und finden sich in Süßwaren, Nudeln, Getränken und Kosmetik.

Bringt Chlorophyll als Nahrungsergänzung etwas?

Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben zu Chlorophyll gibt es in der EU nicht. Die hier zitierten Arbeiten beschäftigen sich überwiegend mit der Rolle des Farbstoffs in der Pflanze, nicht mit Wirkungen im menschlichen Körper.

Was ist Chlorophyll-Fluoreszenz?

Wenn Chlorophyll Licht aufnimmt, gibt es einen kleinen Teil als schwaches rotes Leuchten wieder ab. Maxwell & Johnson beschrieben 2000, wie sich daraus der Zustand einer Pflanze ablesen lässt – heute eine Standardmethode in der Pflanzenphysiologie.

Auf einen Blick

Kategorie
Pflanzenextrakte
Auch bekannt als
Blattgrün, Chlorophyllin, grüner Farbstoff
Tags
AntioxidansDetoxSuperfoodBlutbildung