Botanisch gehört die Gattung zu den Korbblütlern. Drei Arten spielen in der Pflanzenkunde eine Rolle: Echinacea purpurea (der Purpur-Sonnenhut), Echinacea angustifolia (der schmalblättrige Sonnenhut) und Echinacea pallida (der blasse Sonnenhut). Für Präparate werden je nach Art unterschiedliche Pflanzenteile genutzt — bei purpurea meist das oberirdische, blühende Kraut, bei angustifolia und pallida vor allem die Wurzel. Diese Unterscheidung ist keine Nebensache: Die Inhaltsstoffprofile unterscheiden sich deutlich. Echinacoside findet sich hauptsächlich in den Wurzeln von angustifolia und pallida, Alkamide sind in allen drei Arten enthalten, Cichoriensäure vor allem in purpurea.
Die Forschung zu Echinacea ist umfangreich, aber weniger eindeutig, als es der Bekanntheitsgrad der Pflanze vermuten lässt. Eine Übersichtsarbeit von Pepping im American Journal of Health-System Pharmacy (1999) fasste bereits Ende der 1990er Jahre die damalige Studienlage zusammen und wies darauf hin, dass Präparate am Markt in Extraktionsverfahren, Pflanzenteil und Standardisierung stark variieren — was Vergleiche zwischen Studien erschwert. Charrois et al. griffen das Thema in Pediatrics in Review (2006) mit Blick auf die Anwendung bei Kindern noch einmal auf. Walsh schließlich stellte im Journal of Primary Health Care (2018) unter dem Titel "Potion or Poison? Echinacea" die Datenlage aus Sicht der Primärversorgung dar.
Was die Studien nicht liefern, ist ein einheitliches Bild einer klaren, reproduzierbaren Wirkung. Genau das ist der Grund, warum die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bislang keine gesundheitsbezogene Angabe für Echinacea zugelassen hat. Ein Präparat darf in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden, aber nicht mit einer Wirkbehauptung beworben werden. Als traditionelles pflanzliches Arzneimittel gibt es dagegen zugelassene Präparate mit definierten Anwendungsgebieten — das ist ein anderer Rechtsrahmen und setzt eine Zulassung durch das BfArM voraus.
Der Anbau erfolgt heute weltweit. In Deutschland kommt Echinacea aus Feldanbau in Thüringen, Bayern und einigen osteuropäischen Ländern; große Mengen stammen aus den USA. Die Ernte findet für das Kraut zur Vollblüte im Sommer statt, für die Wurzeln im Herbst des zweiten oder dritten Standjahres. Frisch gepresste Säfte, Tinkturen mit 40 bis 60 Prozent Ethanol, Trockenextrakte und Teedrogen sind die üblichen Zubereitungsformen. Ein Frischpflanzenpresssaft aus purpurea-Kraut ist die klassische Form, die auf den Schweizer Arzt Alfred Vogel zurückgeht, der die Pflanze in den 1950er Jahren nach Europa mitbrachte, nachdem er sie bei den Lakota kennengelernt hatte.
In der Küche spielt Echinacea keine Rolle — der Geschmack ist krautig-bitter, die Zunge kribbelt und wird kurz taub. Dieses Kribbeln geht auf die Alkamide zurück und wird traditionell sogar als Qualitätshinweis herangezogen: Wer eine Wurzel kaut und nichts spürt, hat vermutlich alten oder falsch getrockneten Rohstoff vor sich.
Rechnet man einmal grob nach: In der pflanzenkundlichen Literatur werden für Tinkturen aus purpurea-Kraut Tagesdosen im Bereich von 6 bis 9 Millilitern genannt, was — je nach Auszugsverhältnis 1:5 — etwa 1,2 bis 1,8 Gramm Frischpflanze pro Tag entspricht. Zum Vergleich: Eine mittelgroße Blüte am Stiel wiegt frisch rund 3 bis 5 Gramm. Eine einzige Pflanze im Garten liefert also rechnerisch den Bedarf für wenige Tage — der Anbau in der Fläche ist entsprechend notwendig, wenn Präparate über Monate hergestellt werden sollen.
Wer Echinacea-Produkte vergleicht, sollte auf drei Angaben achten: die Art (purpurea, angustifolia, pallida), den verwendeten Pflanzenteil (Kraut oder Wurzel) und das Extraktionsverfahren. Ohne diese drei Angaben lässt sich weder die Menge einordnen noch mit den vorhandenen Studien vergleichen.
Wirkung
Die vorhandene Forschung zu Echinacea ist umfangreich, aber uneinheitlich. Pepping (American Journal of Health-System Pharmacy, 1999) und Charrois et al. (Pediatrics in Review, 2006) fassten die Studienlage in Übersichtsarbeiten zusammen und wiesen jeweils auf die große Heterogenität der untersuchten Präparate hin. Walsh diskutierte im Journal of Primary Health Care (2018) den Umgang mit Echinacea in der Primärversorgung. Eine gesundheitsbezogene Angabe ist in der EU für Echinacea nicht zugelassen.
Dosierung
In der pflanzenkundlichen Literatur werden für Tinkturen aus purpurea-Kraut Tagesmengen im Bereich von 6 bis 9 Millilitern beschrieben, für Presssäfte 6 bis 9 Milliliter, für Trockenextrakte je nach Auszugsverhältnis deutlich weniger. Die Angaben unterscheiden sich stark je nach Art (purpurea, angustifolia, pallida), Pflanzenteil (Kraut oder Wurzel) und Zubereitungsform. Ohne diese drei Angaben lässt sich eine Mengenangabe auf der Packung nicht sinnvoll einordnen.
Natürliche Quellen
Echinacea-Arten sind in den Prärien und lichten Wäldern Nordamerikas heimisch. Sie werden heute weltweit als Zier- und Heilpflanzen angebaut.
Wissenschaftliche Quellen
Pepping, American Journal of Health-System Pharmacy 1999, DOI: 10.1093/ajhp/56.2.121 Charrois et al., Pediatrics in Review 2006, DOI: 10.1542/pir.27-10-385 Walsh, Journal of Primary Health Care 2018, DOI: 10.1071/HC15937
Häufige Fragen
Welche Echinacea-Art ist die richtige?
Die drei relevanten Arten sind Echinacea purpurea, angustifolia und pallida. Sie unterscheiden sich in den Inhaltsstoffen und im genutzten Pflanzenteil — bei purpurea meist das blühende Kraut, bei den beiden anderen die Wurzel. Welche Art in einem Präparat steckt, sollte auf der Packung stehen.
Warum darf niemand mit einer Wirkung werben?
Die EFSA hat für Echinacea keine gesundheitsbezogene Angabe zugelassen. Als Nahrungsergänzungsmittel darf die Pflanze verkauft, aber nicht mit einer Wirkbehauptung beworben werden. Traditionelle pflanzliche Arzneimittel unterliegen einem anderen Rechtsrahmen und benötigen eine Zulassung durch das BfArM.
Warum kribbelt die Zunge, wenn ich an einer Wurzel kaue?
Das Kribbeln und die kurze Taubheit gehen auf die Alkamide zurück, eine Stoffgruppe, die in allen drei Arten vorkommt. Traditionell wird dieses Kribbeln sogar als grober Frischehinweis genutzt — fehlt es ganz, ist der Rohstoff vermutlich alt oder schlecht getrocknet.
Wo kommt die Pflanze her?
Echinacea ist in den Prärien und lichten Wäldern Nordamerikas heimisch. Angebaut wird sie heute weltweit, unter anderem in den USA, in Osteuropa und in Deutschland (Thüringen, Bayern). Alfred Vogel brachte den Frischpflanzenpresssaft in den 1950er Jahren nach Europa.
Kraut oder Wurzel — was ist der Unterschied?
Das oberirdische Kraut wird zur Vollblüte im Sommer geerntet und enthält bei purpurea vor allem Cichoriensäure und Alkamide. Die Wurzeln werden im Herbst gestochen, meist im zweiten oder dritten Standjahr, und enthalten bei angustifolia und pallida zusätzlich Echinacoside. Zwei unterschiedliche Rohstoffe mit unterschiedlichen Profilen.
Woran erkenne ich ein vernünftig deklariertes Produkt?
An drei Angaben: der botanischen Art, dem verwendeten Pflanzenteil und dem Extraktionsverfahren beziehungsweise Auszugsverhältnis. Ohne diese drei Punkte lässt sich weder die Menge einordnen noch mit anderen Präparaten oder mit der Studienliteratur vergleichen.


