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Baobab

Baobab, die Frucht des afrikanischen Affenbrotbaums, ist ein nährstoffreiches Superfood-Pulver, reich an Vitamin C, Ballaststoffen, Kalzium und Antioxidantien, das die Verdauung und das Immunsystem unterstützt.

Baobab
Der Affenbrotbaum wird bis zu 30 Meter dick und speichert in seinem schwammigen Stamm Tausende Liter Wasser — eine Anpassung an die halbtrockenen Savannen südlich der Sahara, wo er zuhause ist. Seine Früchte hängen an langen Stielen wie kleine Kokosnüsse vom Baum. Bricht man die harte Schale auf, findet man kein saftiges Fruchtfleisch, sondern ein trockenes, mehliges Pulver, das die Samen umhüllt. Dieses Pulver ist das, was hierzulande als Baobab verkauft wird — die Frucht trocknet also am Baum selbst, ohne weiteren Verarbeitungsschritt.

Botanisch heißt der Baum Adansonia digitata, im Englischen wird er auch Cream of Tartar Tree genannt, weil das Fruchtpulver säuerlich schmeckt und in der Konsistenz an Weinstein erinnert. In Kenia, genauer in Taita-Taveta County, hat eine Feldstudie von Fischer et al. (Environmental management 2020) den Baumbestand systematisch kartiert. Auf 2015 Quadratkilometern wurden 49 Transekte von je 0,5 mal 3 Kilometern angelegt. Die Studie beschreibt einen Baum mit vielen Verwendungen — von der Frucht über Blätter bis zum Samen — und weist zugleich auf ein Problem hin: Die Baobab-Populationen zeigen kaum Naturverjüngung, junge Bäume fehlen also in vielen Beständen.

Das Fruchtpulver besteht zu einem großen Teil aus Ballaststoffen und enthält vergleichsweise viel Vitamin C. In der Übersichtsarbeit von Chadare et al. (Critical Reviews in Food Science and Nutrition 2009) heißt es, dass 40 Gramm Baobab-Pulver 84 bis über 100 Prozent der empfohlenen Tagesdosis Vitamin C für schwangere Frauen zwischen 19 und 30 Jahren abdecken können. Zum Vergleich: 40 Gramm sind grob vier gehäufte Teelöffel. Die Werte schwanken allerdings stark, weil sich die Zusammensetzung je nach Herkunftsregion, Reifegrad und Analysemethode unterscheidet — die Autoren beschreiben eine große Spannweite in den Nährwerten.

Die Blätter des Baumes, die in Westafrika als Gemüse gegessen werden, enthalten laut derselben Arbeit zwischen 307 und 2640 Milligramm Kalzium pro 100 Gramm Trockenmasse — auch hier eine enorme Bandbreite. Die Samen und Kerne wiederum sind fettreich (11,6 bis 34,7 Gramm Fett pro 100 Gramm Trockenmasse). Im europäischen Handel spielt aber fast nur das Fruchtpulver eine Rolle.

Zur Wirkung der Frucht sind einige Humanstudien erschienen. Garvey et al. (Nutrition and Health 2017) untersuchten in einer akuten Studie den Einfluss von Baobab-Fruchtextrakt auf das Sättigungsgefühl gesunder Erwachsener — Hintergrund war der hohe Anteil an Ballaststoffen und Polyphenolen. Rita et al. (Nutrients 2022, NCT05140629) prüften an 31 gesunden Probanden, ob ein wässriger Baobab-Extrakt (250 Milliliter) den Blutzuckeranstieg nach einer Glukoselast verändert. 16 Personen erhielten nur den Glukosetoleranztest, 15 zusätzlich den Baobab-Extrakt. Der postprandiale Blutzuckerverlauf (Fläche unter der Kurve) unterschied sich zwischen den Gruppen statistisch signifikant (p = 0,012). Es handelt sich um eine kleine Studie an gesunden Erwachsenen — keine Aussage über Menschen mit Diabetes, keine Langzeitdaten.

Einen breiteren Überblick liefert die narrative Übersicht von Silva et al. (Nutrients 2023). Sie listet die traditionellen Anwendungen in afrikanischen Ländern auf — von der Rehydrierung bei Durchfall bis zur Behandlung von Fieber — und ordnet die im Labor beobachteten Aktivitäten (antioxidativ, antimikrobiell, entzündungsmodulierend) den bioaktiven Inhaltsstoffen zu: Phenole, Flavonoide, Proanthocyanidine, Tannine, Catechine, Carotinoide. Wichtig ist die Einordnung der Autoren selbst: Viele dieser Ergebnisse stammen aus Zell- oder Tierversuchen. Die Zahl gut kontrollierter Humanstudien mit klinisch relevanten Endpunkten ist bislang klein.

Geschmacklich ist Baobab-Pulver deutlich säuerlich mit einer leichten Karamellnote. Klassisch wird es in Wasser oder Milch gerührt, in Smoothies, Joghurt oder ins Müsli gegeben. Ein Teelöffel entspricht etwa 4 bis 5 Gramm — die 40-Gramm-Portion aus der Chadare-Übersicht wäre also eine ziemliche Menge und liegt weit über dem, was üblicherweise gelöffelt wird. Wer eine kleinere Menge, etwa 10 Gramm, nutzt, kommt rechnerisch immer noch auf rund ein Viertel der Vitamin-C-Referenz jener Ausgangsdaten — je nach Charge.

Was die Forschung nicht zeigt: Es gibt keine belastbaren Belege dafür, dass Baobab bestimmte Krankheiten heilt, das Immunsystem messbar stärkt oder beim Abnehmen hilft. Die vorhandenen Humanstudien sind klein, kurz und an gesunden Probanden durchgeführt. In der EU sind für Baobab keine gesundheitsbezogenen Angaben zugelassen. Was bleibt, ist ein säuerliches, ballaststoffreiches Fruchtpulver mit einer interessanten Nährstoffdichte — und ein Baum, dessen Erhalt in seinen Herkunftsregionen selbst zum Thema geworden ist.

Wirkung

In einer randomisierten Studie mit 31 gesunden Erwachsenen (Rita et al., Nutrients 2022) fiel der Blutzuckeranstieg nach einer Glukoselast in der Gruppe, die zusätzlich 250 ml Baobab-Extrakt erhielt, geringer aus als in der Kontrollgruppe (p = 0,012). Garvey et al. (Nutrition and Health 2017) untersuchten kurzfristige Effekte auf das Sättigungsgefühl. Die narrative Übersicht von Silva et al. (Nutrients 2023) fasst weitere im Labor beobachtete Aktivitäten der enthaltenen Polyphenole zusammen, weist aber auf die begrenzte Zahl kontrollierter Humanstudien hin.

Dosierung

In der Studie von Rita et al. (2022) wurden 250 Milliliter eines wässrigen Baobab-Extrakts einmalig verabreicht. Chadare et al. (2009) beziehen ihre Vitamin-C-Rechnung auf 40 Gramm Fruchtpulver — das sind etwa acht bis zehn Teelöffel und deutlich mehr als übliche Alltagsportionen. Praktisch verwendet werden meist ein bis zwei Teelöffel (rund 4 bis 10 Gramm) in Wasser, Smoothies oder Joghurt. Eine offizielle Verzehrsempfehlung gibt es nicht.

Natürliche Quellen

Der Affenbrotbaum (Baobab) ist in den trockenen, heißen Regionen des afrikanischen Kontinents südlich der Sahara beheimatet.

Wissenschaftliche Quellen

Chadare et al., Critical Reviews in Food Science and Nutrition 2009, DOI: 10.1080/10408390701856330 Garvey et al., Nutrition and Health 2017, DOI: 10.1177/0260106017704361 Rita et al., Nutrients 2022, DOI: 10.3390/nu14020398 Silva et al., Nutrients 2023, DOI: 10.3390/nu15092170 Fischer et al., Environmental management 2020, DOI: 10.1007/s00267-020-01311-7

Häufige Fragen

Wie schmeckt Baobab?

Deutlich säuerlich, mit einer leichten Karamellnote. Der englische Name Cream of Tartar Tree spielt genau darauf an — das Pulver erinnert im Geschmack an Weinstein und passt gut in Smoothies, Joghurt oder Wasser.

Ist Baobab wirklich reich an Vitamin C?

Laut der Übersichtsarbeit von Chadare et al. (2009) decken 40 Gramm Fruchtpulver 84 bis über 100 Prozent der empfohlenen Tagesdosis für schwangere Frauen zwischen 19 und 30 Jahren. Die Werte schwanken allerdings stark je nach Herkunft und Charge.

Hilft Baobab beim Blutzucker?

Eine kleine Studie an 31 gesunden Erwachsenen (Rita et al., Nutrients 2022) zeigte einen geringeren Blutzuckeranstieg nach einer Glukoselast, wenn zusätzlich 250 ml Baobab-Extrakt gegeben wurde (p = 0,012). Es handelt sich um eine Akutstudie an gesunden Menschen — Aussagen zu Diabetes oder zur Langzeitwirkung lassen sich daraus nicht ableiten.

Wie viel Baobab-Pulver nehme ich pro Tag?

Eine offizielle Empfehlung gibt es nicht. Übliche Alltagsmengen liegen bei einem bis zwei Teelöffeln, also etwa 4 bis 10 Gramm. Die 40-Gramm-Portion aus der Vitamin-C-Rechnung von Chadare et al. ist eher theoretisch.

Wird der Baobab-Baum durch die Nachfrage bedroht?

Die Feldstudie von Fischer et al. (Environmental management 2020) in Taita-Taveta County (Kenia) beschreibt, dass Baobab-Populationen wenig Naturverjüngung zeigen — junge Bäume fehlen. Die Frucht selbst wird geerntet, nachdem sie am Baum vollständig ausgetrocknet ist, der Baum wird also nicht gefällt.

Kann ich Baobab in warme Speisen mischen?

Ja, aber Vitamin C ist hitzeempfindlich. Wenn du auf den Vitamin-C-Anteil Wert legst, rühre das Pulver besser in kalte oder lauwarme Speisen wie Joghurt, Smoothies oder Müsli ein.

Was ist der Unterschied zu anderen Vitamin-C-reichen Früchten wie Acerola?

Baobab kombiniert Vitamin C mit einem hohen Ballaststoffanteil und Polyphenolen (Silva et al., Nutrients 2023). Der Vitamin-C-Gehalt pro Gramm ist niedriger als bei Acerola, dafür bringt Baobab durch die Ballaststoffe eine andere Textur und Sättigungswirkung mit.

Auf einen Blick

Kategorie
Superfoods
Auch bekannt als
Affenbrotbaumfrucht, Adansonia digitata, Cream of Tartar Tree
Tags
SuperfoodBallaststoffeVerdauungVitamin C