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Bockshornklee

Bockshornklee ist eine traditionelle Heilpflanze, die zur Unterstützung des Blutzuckerspiegels und der Verdauung eingesetzt wird.

Bockshornklee
Wer schon einmal in einer indischen Küche gestanden hat, kennt den leicht bitteren, an Ahornsirup erinnernden Duft, der beim Rösten der kleinen goldgelben Samen aufsteigt. Bockshornklee, botanisch Trigonella foenum-graecum, ist eine Hülsenfrucht — verwandt also mit Erbse, Linse und Kichererbse. Die Pflanze wird etwa einen halben Meter hoch und trägt schlanke Schoten, in denen die harten, kantigen Samen sitzen.

Der Name verrät die lange Geschichte der Pflanze. "Foenum-graecum" heisst wörtlich "griechisches Heu", weil die Römer Bockshornklee als Viehfutter aus Griechenland importierten. Der deutsche Name bezieht sich auf die Form der Schoten, die an gebogene Ziegenhörner erinnert. Angebaut wird die Pflanze heute vor allem in Indien, Pakistan, Ägypten und rund ums Mittelmeer. Indien ist mit Abstand der grösste Produzent — dort landet Bockshornklee in Currymischungen, im Panch Phoron aus Bengalen und als frisches Blattgemüse namens Methi.

Die Samen enthalten eine ungewöhnliche Kombination an Inhaltsstoffen: reichlich Schleimstoffe (rund 30 Prozent des Samengewichts sind Galaktomannane), Steroidsaponine wie Diosgenin, die Aminosäure 4-Hydroxyisoleucin, ätherische Öle und den Bitterstoff Trigonellin. Diese Mischung ist der Grund, warum sich die Wissenschaft überhaupt mit dem Samen beschäftigt.

Ein Forschungsfeld ist der Effekt auf den Testosteronspiegel bei Männern. Mansoori et al. veröffentlichten 2020 in Phytotherapy Research eine Meta-Analyse (DOI 10.1002/ptr.6627), in der die Daten aus vier randomisierten kontrollierten Studien zusammengefasst wurden. Die Autoren berichten, dass Bockshornklee-Extrakt einen signifikanten Effekt auf den Gesamt-Testosteronspiegel im Serum hatte. Vier Studien sind eine schmale Basis, und die Meta-Analyse macht keine Aussagen darüber, ob sich diese Laborwerte in spürbare Effekte im Alltag übersetzen — auf Muskelaufbau, Libido oder Leistungsfähigkeit. Wer belastbare Zahlen sucht, muss also die Grenzen der aktuellen Datenlage mitlesen.

Zur Menge: In den ausgewerteten Studien kamen meist Extrakte in Kapselform zum Einsatz, mit Tagesdosen im Bereich von etwa 300 bis 600 Milligramm konzentriertem Extrakt. Das entspricht — je nach Konzentrationsgrad — ungefähr der Menge an Wirkstoffen, die in ein bis zwei Teelöffeln gemahlener Samen stecken (ein gestrichener Teelöffel wiegt rund 4 Gramm). Küchendosierungen liegen also deutlich höher als Extraktdosen, allerdings mit weniger konzentrierten Einzelstoffen. Wer Bockshornklee als Gewürz nutzt, kommt auf 5 bis 15 Gramm pro Currygericht für vier Personen, also etwa 1 bis 4 Gramm pro Portion.

Der Geschmack ist eigen. Roh sind die Samen kaum geniessbar — sehr bitter, hart, hinterlassen einen leimigen Eindruck. Erst durch Röstung entsteht das typische, an Karamell und Sirup erinnernde Aroma. Zu langes Rösten kippt die Sache: die Samen werden dann streng bitter und ungeniessbar. In der Praxis gibt man sie kurz in heisses Öl, bis sie leicht dunkler werden, und ergänzt dann die weiteren Zutaten.

Gekeimt schmecken die Samen milder und lassen sich in Salaten verwenden. Das Blattgemüse Methi wird in Indien wie Spinat behandelt und mit Kartoffeln zu Aloo Methi verarbeitet. Getrocknete Blätter — Kasuri Methi — sind ein klassisches Gewürz für Butter Chicken und Paneer-Gerichte, das man erst am Ende zwischen den Handflächen zerreibt und über das fertige Gericht streut.

Ein praktischer Hinweis für alle, die grössere Mengen verwenden: Bockshornklee enthält Sotolon, denselben Aromastoff, der Ahornsirup seinen Geruch gibt. Wer mehrere Gramm täglich isst, kann tatsächlich anfangen, danach zu riechen — Schweiss und Urin nehmen den Duft an. Das ist harmlos, aber überraschend.

Gelagert werden die ganzen Samen am besten dunkel und trocken in einem verschlossenen Glas. Ganz halten sie zwei bis drei Jahre ihr Aroma, gemahlen deutlich kürzer, meist unter sechs Monaten. Wer die Samen frisch mahlen kann, bekommt ein intensiveres Ergebnis.

Wirkung

Mansoori et al. berichteten 2020 in einer Meta-Analyse in Phytotherapy Research (DOI 10.1002/ptr.6627) über vier randomisierte Studien, in denen Bockshornklee-Extrakt einen signifikanten Effekt auf den Gesamt-Testosteronspiegel im Serum von Männern zeigte. Die Datenbasis ist mit vier Studien schmal, und ob sich die Laborwerte in Alltagseffekte übersetzen, lässt die Meta-Analyse offen.

Dosierung

In den von Mansoori et al. 2020 zusammengefassten Studien wurden Bockshornklee-Extrakte meist im Bereich von 300 bis 600 Milligramm pro Tag verwendet. Als Gewürz kommen üblicherweise 1 bis 4 Gramm gemahlene Samen pro Portion zum Einsatz — ein gestrichener Teelöffel wiegt rund 4 Gramm.

Natürliche Quellen

Bockshornklee wird hauptsächlich in Indien, Pakistan, Ägypten und den Mittelmeerländern angebaut.

Wissenschaftliche Quellen

Mansoori et al., Phytotherapy Research 2020, DOI 10.1002/ptr.6627

Häufige Fragen

Warum riecht Bockshornklee nach Ahornsirup?

Der Samen enthält den Aromastoff Sotolon, der auch für den Geruch von Ahornsirup verantwortlich ist. Bei grösseren Mengen im Essen kann das dazu führen, dass Schweiss und Urin ebenfalls diesen Duft annehmen — harmlos, aber ungewohnt.

Kann man die Samen roh essen?

Grundsätzlich ja, aber roh sind sie sehr bitter und hart. Üblich ist das kurze Anrösten in Öl oder das Keimen der Samen. Gekeimt schmecken sie deutlich milder und passen in Salate.

Was ist der Unterschied zwischen Kasuri Methi und Bockshornkleesamen?

Kasuri Methi sind die getrockneten Blätter der Pflanze, die als Gewürz vor allem am Ende des Kochens über nordindische Gerichte gestreut werden. Die Samen sind die Früchte der Pflanze und werden in der Regel geröstet oder gemahlen verwendet — Aroma und Einsatz unterscheiden sich deutlich.

Wie lange halten sich die Samen?

Ganze Samen behalten dunkel und trocken gelagert zwei bis drei Jahre ihr Aroma. Gemahlen verlieren sie schneller an Kraft, meist innerhalb von sechs Monaten.

Wie viel Bockshornklee steckt in einem indischen Currygericht?

Für ein Currygericht für vier Personen werden meist 5 bis 15 Gramm gemahlene oder ganze Samen verwendet, also etwa 1 bis 4 Gramm pro Portion. In Gewürzmischungen wie Panch Phoron ist der Anteil geringer.

Was zeigt die Forschung zu Bockshornklee und Testosteron?

Eine Meta-Analyse von Mansoori et al. in Phytotherapy Research 2020 fasste vier randomisierte Studien zusammen und berichtete einen signifikanten Effekt von Bockshornklee-Extrakt auf den Gesamt-Testosteronspiegel im Serum. Vier Studien sind eine schmale Basis, und praktische Alltagseffekte wurden nicht untersucht.

Warum werden die Samen erst geröstet?

Durch das Anrösten in heissem Öl entsteht das typische, an Karamell erinnernde Aroma. Kurz reicht — werden die Samen zu dunkel, kippt der Geschmack ins scharf Bittere und wird ungeniessbar.

Auf einen Blick

Kategorie
Pflanzenextrakte
Auch bekannt als
Trigonella foenum-graecum, Griechisches Heu, Fenugreek
Tags
BockshornkleeBlutzuckerVerdauungStoffwechselAyurveda