Glycerin ist eine klare, dickflüssige Flüssigkeit, die in jeder Pflanze und in jedem Fett vorkommt — sie ist das Rückgrat, an dem die Fettsäuren hängen. Trennt man die Fettsäuren ab, bleibt das Glycerin übrig. Genau das passiert bei uns mit Bio-Leinsamen: aus dem Leinsamenöl wird das Glycerin gewonnen, das später in der Flasche steht.
Trotz des Namens ist Glycerin kein Trinkalkohol. Chemisch gehört es zu den Zuckeralkoholen — es macht nicht betrunken, es verdunstet nicht, es riecht nach nichts. Was es kann: Pflanzenstoffe lösen und sie danach haltbar halten. Deshalb steht es bei uns an der Stelle, an der eine klassische Tinktur 40 bis 70 Volumenprozent Alkohol verwendet.
Eine Tinktur ist ein flüssiger Pflanzenauszug. Der klassische Weg dahin führt über Alkohol, weil der viel aus dem Pflanzengewebe herausholt und das Ergebnis jahrelang konserviert. Der Preis dafür: Es ist Alkohol drin. Für alle, die keinen im Haus haben wollen, fällt damit das ganze Regal aus.
Der Auszug mit Glycerin dauert länger und braucht mehr Aufmerksamkeit — unsere Ansätze werden regelmäßig von Hand aufgerührt und reifen mindestens drei Monate. Dafür steht am Ende auf der Zutatenliste nichts als Glycerin, Reinstwasser und die Pflanze.
Geschmacklich merkt man das Glycerin: leicht süßlich, ohne dass Zucker zugesetzt wäre. Bei kräftigen Pflanzen wie Brennnessel oder Löwenzahn bleibt der herbe Eigengeschmack trotzdem vorn. Bei milden wie Zitronenmelisse oder Koriander tritt die Süße deutlicher hervor.
Ein Hinweis, der auf den Etiketten der Glycerin-Auszüge steht und hierher gehört: Glycerin kann bei Diabetikern zu erhöhtem Blutzucker oder Zucker im Harn führen. Wenn dich das betrifft, klär die Einnahme vorher mit deinem Arzt ab.
Drei Zutaten, mehr ist in keiner Flasche: Glycerin aus Bio-Leinsamen, Reinstwasser, die Pflanze. Nach diesem Verfahren sind alle Tinkturen ohne Alkohol gemacht.
Auch bekannt als
Glycerol, Glyzerin, Glycerit

