Der Begriff "Retard-Wirkung" stammt vom lateinischen Wort "retardare", was "verzögern" bedeutet. In der Pharmazie und bei Nahrungsergänzungsmitteln beschreibt er eine spezielle Formulierung, die dafür sorgt, dass ein Wirkstoff nicht auf einmal, sondern langsam und kontrolliert über einen längeren Zeitraum an den Körper abgegeben wird. Du kannst es Dir wie einen Tropf vorstellen, der kontinuierlich eine kleine Menge Flüssigkeit abgibt, anstatt alles auf einmal auszuschütten.
Diese verzögerte Freisetzung hat mehrere Vorteile. Sie führt zu einem gleichmäßigeren Wirkstoffspiegel im Blut, ohne die starken Spitzen und Täler, die bei einer schnellen Freisetzung auftreten können. Dies kann die Verträglichkeit verbessern, da hohe Konzentrationen, die möglicherweise Nebenwirkungen verursachen, vermieden werden. Gleichzeitig sorgt der konstante Spiegel für eine langanhaltende und gleichbleibende Wirkung.
Um eine Retard-Wirkung zu erzielen, werden verschiedene Technologien eingesetzt. Der Wirkstoff kann zum Beispiel in eine spezielle Matrix eingebettet oder mit einer langsam auflösenden Schicht überzogen werden. Bei Vitamin C oder B-Vitaminen ist diese Darreichungsform sinnvoll, da der Körper wasserlösliche Vitamine nicht speichern kann und ein Überschuss schnell wieder ausgeschieden wird. Durch die Retard-Formulierung wird der Körper über Stunden hinweg versorgt.
Auch bekannt als
Verzögerte Freisetzung, Depot-Wirkung