Shilajit — die kurze Antwort
Shilajit ist ein zähflüssiges, harziges Sekret, das aus Felsspalten hoher Gebirgszüge austritt — vor allem im Himalaya und im Hindukusch. Es ist keine Pflanze und kein Mineral im klassischen Sinn, sondern eine über Jahrtausende entstandene Mischung aus Huminsäuren, Fulvinsäuren und Rückständen von Pflanzen und Mikroorganismen (Agarwal et al., Phytotherapy Research 2007).
In der ayurvedischen Tradition wird der Stoff als Rasayana bezeichnet, also als "Verjünger". Andere Namen sind Mumijo, Mumie oder Moomiyo — je nach Region. Farblich reicht die Bandbreite von hellbraun bis tiefschwarz, die Konsistenz von weich-klebrig bis fast fest.
Woher kommt das Zeug eigentlich?
Die ehrliche Antwort: nicht ganz geklärt. Ein Review von Kamgar et al. (Critical Reviews in Analytical Chemistry 2025) hält fest, dass die genaue Entstehung bis heute nicht abschliessend erforscht ist. Eine Hypothese beschreibt Shilajit als Abbauprodukt uralter Pflanzenreste, die unter Druck und Temperatur über Jahrhunderte zu einem organischen Harz umgewandelt wurden. Eine andere sieht es als mineralisches Sekret, das langsam aus dem Gestein austritt.
Gesammelt wird das Rohmaterial meist in Höhenlagen zwischen 1000 und 5000 Metern. Rohes Shilajit ist ungeniessbar und wird traditionell durch Waschen, Filtrieren und Trocknen gereinigt, bevor daraus Pulver, Pasten oder Kapseln entstehen. Mehr zur Herkunft findest du im Beitrag zum Shilajit / Mumijo.
Was steckt chemisch drin?
Die beiden charakteristischen Stoffgruppen sind Fulvinsäure und Dibenzo-alpha-Pyrone. Dazu kommen Huminsäuren, Spurenelemente und niedermolekulare organische Verbindungen. Stohs (Phytotherapy Research 2014) fasst zusammen, dass genau diese Bestandteile für die in Studien beobachteten Effekte verantwortlich sein dürften.
Wichtig für Käufer: die Zusammensetzung schwankt je nach Fundort erheblich. Ein Produkt aus dem Altai unterscheidet sich chemisch von einem aus Nepal. Deshalb ist eine Laborprüfung sinnvoll, gerade weil rohes Shilajit auch Schwermetalle enthalten kann.
Was sagt die Forschung?
- Testosteron und Hormone: In einer randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie an gesunden Männern zwischen 45 und 55 Jahren führte gereinigtes Shilajit bei 250 mg zweimal täglich über 90 Tage zu einem statistisch signifikanten Anstieg von Gesamttestosteron, freiem Testosteron und DHEAS gegenüber Placebo (Pandit et al., Andrologia 2016).
- Knochendichte: Eine randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Untersuchung bei postmenopausalen Frauen mit Osteopenie zeigte eine dosisabhängige Erhaltung der Knochendichte (Pingali & Nutalapati, Phytomedicine 2022).
- Sicherheit: Stohs (2014) bewertet gereinigtes Shilajit auf Basis der bis dahin verfügbaren Daten aus Tier- und Humanstudien als gut verträglich.
Das heisst nicht, dass Shilajit eine Krankheit heilt. Die Studienlage bei Menschen ist noch begrenzt, die meisten Arbeiten haben kleine Teilnehmerzahlen.
Wie wird Shilajit eingenommen?
Drei Formen sind üblich: Rohharz (klebrig, bitter, meist in warmem Wasser aufgelöst), Pulver und Kapseln. Kapseln haben den Vorteil, dass die Dosis genau steht und der herbe Geschmack wegfällt.
Unser Mumijo Shilajit im 2+1-Set enthält 500 mg Mumijo-Extrakt 10:1 pro Kapsel. "10:1" bedeutet: aus 10 Teilen Rohmaterial wird ein Teil Extrakt konzentriert. Eine Kapsel entspricht damit rechnerisch 5 Gramm rohem Shilajit. Das Set enthält 3 Dosen zu je 60 Kapseln, zusammen also 180 Kapseln für 49,90 EUR. Bei einer Kapsel täglich sind das rund 0,28 EUR pro Tag und ein Vorrat für sechs Monate.
Die Kapselhülle besteht aus pflanzlicher HPMC (Hydroxypropylmethylcellulose). Keine Farbstoffe, keine Aromen, vegan.
Für wen ist Shilajit nichts?
Schwangere, Stillende und Kinder sollten verzichten. Wer Medikamente einnimmt oder chronisch krank ist, klärt die Einnahme mit dem Arzt. Die empfohlene Tagesdosis nicht überschreiten — mehr bringt nicht mehr, sondern belastet nur den Körper.
Was die Forschung NICHT zeigt
Es gibt keine belastbaren Belege dafür, dass Shilajit Krankheiten heilt, Alterungsprozesse aufhält oder als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung dient. Die vorhandenen Humanstudien sind meist klein, viele Aussagen stammen aus Tier- oder Zellversuchen. Wer Shilajit ausprobiert, sollte das als Ergänzung zu Schlaf, Bewegung und ordentlicher Ernährung sehen — nicht als Ersatz.