Kostenloser Versand60 Tage Geld-zurück-GarantieBio-zertifizierter Betrieb35.000+ zufriedene Kunden★★★★★Bewertungen
ProduktfinderDein Rezeptplan

Quercetin

Quercetin ist ein weit verbreitetes Flavonoid mit starken antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften, das besonders für seine antiallergische Wirkung bekannt ist.

Quercetin
Rote Zwiebeln, Kapern und Grünkohl haben eine Gemeinsamkeit, die man ihnen nicht ansieht: Sie gehören zu den quercetinreichsten Lebensmitteln überhaupt. Kapern führen die Liste mit Abstand an — rund 180 Milligramm Quercetin pro 100 Gramm sind in Analysen typisch. Zum Vergleich: Ein mittelgroßer Apfel liefert je nach Sorte etwa 4 bis 5 Milligramm. Wer also einen Teelöffel Kapern (rund 5 Gramm) über den Salat streut, nimmt ungefähr die gleiche Menge Quercetin auf wie durch zwei Äpfel.

Quercetin ist ein Flavonol aus der großen Gruppe der Polyphenole. Chemisch besitzt es fünf Hydroxylgruppen, die für seine Farbe und seine antioxidativen Reaktionen im Reagenzglas verantwortlich sind. In der Pflanze schützt es vor UV-Stress und Fraßfeinden. Im menschlichen Körper wird es nach der Aufnahme im Dünndarm stark umgebaut — glucuronidiert, sulfatiert, methyliert. Genau das ist auch der Knackpunkt: Die Bioverfügbarkeit von reinem Quercetin liegt niedrig. Alizadeh & Ebrahimzadeh (European Journal of Medicinal Chemistry 2022) beschreiben in ihrer Übersichtsarbeit, dass die schlechte Löslichkeit einer der Hauptgründe ist, weshalb Forscher seit Jahren an chemisch veränderten Quercetin-Derivaten arbeiten.

Der Forschungsstand zu Quercetin ist breit, aber uneinheitlich. Li et al. (Nutrients 2016) fassen zusammen, dass Quercetin in Zellkulturen und Tiermodellen entzündungsbezogene Signalwege beeinflusst und antioxidative Effekte zeigt. Die Autoren betonen ausdrücklich, dass weitere Studien nötig sind, um die zugrundeliegenden Mechanismen beim Menschen zu klären. Ähnlich vorsichtig formulieren Deepika & Maurya (Molecules 2022) in ihrer Übersicht zu altersassoziierten Erkrankungen: Sie beschreiben Quercetin als weit verbreitetes Polyphenol mit antioxidativen Eigenschaften im Laborversuch, ohne daraus konkrete Therapieempfehlungen abzuleiten.

Ein größerer Themenkomplex ist das metabolische Syndrom. Hosseini et al. (Phytotherapy Research 2021) sichteten für ihre Übersicht Studien zu Blutdruck, Blutzucker, Blutfetten und Übergewicht. Die Autoren beschreiben verschiedene mögliche Mechanismen — etwa eine Beeinflussung von Adiponektin und Leptin — weisen aber darauf hin, dass die Studienlage heterogen ist und viele Ergebnisse aus Tierversuchen stammen. Georgiou et al. (Molecules 2023) gehen einen Schritt weiter und diskutieren Quercetin als "polydynamischen" Wirkstoffkandidaten, betonen aber im gleichen Atemzug, dass die geringe Bioverfügbarkeit ein Kernproblem für den therapeutischen Einsatz bleibt. Deshalb wird in Studien zunehmend mit verkapselten Formen gearbeitet.

Was heißt das praktisch? Ein Blick auf die Ernährung: Die durchschnittliche Quercetin-Aufnahme über die Nahrung liegt in westlichen Ländern schätzungsweise zwischen 5 und 40 Milligramm pro Tag. In Studien werden dagegen oft 500 bis 1000 Milligramm eingesetzt — also grob das Zwanzig- bis Zweihundertfache dessen, was der Alltag liefert. Um allein über Äpfel auf 500 Milligramm zu kommen, müsste man etwa 100 bis 125 Äpfel essen. Über rote Zwiebeln — je nach Analyse rund 20 Milligramm pro 100 Gramm — wären es rund 2,5 Kilogramm. Diese Rechnung zeigt, warum Nahrungsergänzung überhaupt ein Thema ist, und gleichzeitig, warum die Übertragung von Studienergebnissen auf normale Essgewohnheiten schwierig ist.

Besonders in älteren Publikationen wird Quercetin gern mit Bromelain oder Vitamin C kombiniert. Das hat weniger mit belegten Synergien im menschlichen Körper zu tun als mit historischen Empfehlungen aus der orthomolekularen Szene. Die Wissenschaft dazu ist dünn. Ehrlich gesagt: Was Quercetin im gesunden Menschen konkret bewirkt, wenn er es täglich zusätzlich zur Nahrung aufnimmt, ist bisher nicht abschließend geklärt. Die vorliegenden Übersichtsarbeiten sprechen von "guten Perspektiven" (Li et al.) und von "weiterem Forschungsbedarf" — nicht von gesicherten Effekten.

Ein Wort zur Herkunft in Präparaten: Der Großteil des als Nahrungsergänzung verkauften Quercetins wird aus dem japanischen Schnurbaum (Sophora japonica) extrahiert. Daher stammt auch das Synonym "Sophoretin". Andere Quellen sind Eukalyptusblätter oder Extrakte aus Zwiebelschalen. Die Reinheit handelsüblicher Extrakte liegt meist zwischen 95 und 98 Prozent Quercetin-Dihydrat.

Wer den Weg über Lebensmittel gehen möchte, findet die höchsten Konzentrationen in Kapern, Liebstöckel, roten Zwiebeln (vor allem in den äußeren Schichten), Grünkohl, Preiselbeeren und Äpfeln — bei Äpfeln steckt der Großteil in der Schale. Kochen reduziert den Gehalt, Dämpfen weniger als Braten. Fettbegleitung scheint die Aufnahme moderat zu verbessern, was aus der allgemeinen Chemie fettlöslicher Begleitverbindungen plausibel ist.

Wirkung

In der Übersichtsarbeit von Li et al. (Nutrients 2016) werden antioxidative und entzündungsbezogene Effekte von Quercetin in Zellkulturen und Tiermodellen beschrieben; die Autoren betonen den Bedarf an weiterer Forschung am Menschen. Hosseini et al. (Phytotherapy Research 2021) sichteten Studien zum metabolischen Syndrom und beschreiben Einflüsse auf Blutdruck-, Blutzucker- und Fettstoffwechselparameter, überwiegend aus Tierversuchen. Georgiou et al. (Molecules 2023) verweisen auf die geringe Bioverfügbarkeit als zentrales Hindernis für therapeutische Aussagen.

Dosierung

In klinischen und präklinischen Studien werden häufig 500 bis 1000 Milligramm Quercetin pro Tag eingesetzt (siehe Übersichten von Li et al. 2016 und Hosseini et al. 2021). Die typische Aufnahme über eine gemischte Ernährung liegt Schätzungen zufolge bei 5 bis 40 Milligramm täglich — Studienmengen entsprechen also ungefähr dem Zwanzig- bis Zweihundertfachen. Eine einheitliche, wissenschaftlich abgesicherte Dosierungsempfehlung für gesunde Menschen existiert nicht.

Natürliche Quellen

Kapern, rote Zwiebeln, Grünkohl, Äpfel, Beeren, Liebstöckel

Wissenschaftliche Quellen

Li et al., Nutrients 2016, 10.3390/nu8030167 Deepika & Maurya, Molecules 2022, 10.3390/molecules27082498 Alizadeh & Ebrahimzadeh, European Journal of Medicinal Chemistry 2022, 10.1016/j.ejmech.2021.114068 Hosseini et al., Phytotherapy Research 2021, 10.1002/ptr.7144 Georgiou et al., Molecules 2023, 10.3390/molecules28248141

Häufige Fragen

Welche Lebensmittel enthalten am meisten Quercetin?

Kapern liegen mit rund 180 Milligramm pro 100 Gramm an der Spitze, gefolgt von Liebstöckel, roten Zwiebeln (rund 20 Milligramm pro 100 Gramm, vor allem in den äußeren Schichten), Grünkohl, Preiselbeeren und Äpfeln. Bei Äpfeln sitzt der größte Anteil in der Schale.

Warum wird Quercetin aus Sophora japonica gewonnen?

Der japanische Schnurbaum enthält sehr hohe Konzentrationen an Quercetin, was die Extraktion wirtschaftlich macht. Daher stammt auch das Synonym Sophoretin. Andere kommerzielle Quellen sind Eukalyptus und Zwiebelschalen.

Wie gut kann der Körper Quercetin aufnehmen?

Die Bioverfügbarkeit ist gering. Alizadeh & Ebrahimzadeh (European Journal of Medicinal Chemistry 2022) und Georgiou et al. (Molecules 2023) beschreiben die schlechte Wasserlöslichkeit als Hauptgrund, weshalb an verkapselten Formen und chemischen Derivaten geforscht wird.

Verliert Quercetin beim Kochen an Menge?

Ja, Erhitzen reduziert den Gehalt. Dämpfen und kurzes Anschwitzen sind schonender als längeres Braten oder Kochen. Auch Wasserlöslichkeit spielt eine Rolle — bei gekochten Zwiebeln geht ein Teil ins Kochwasser über.

Was ist der Unterschied zwischen Quercetin und Quercetin-Dihydrat?

Quercetin-Dihydrat ist die kristalline Form mit zwei angelagerten Wassermolekülen und die übliche Handelsform in Extrakten. Die Reinheit liegt meist zwischen 95 und 98 Prozent.

Wie viele Äpfel entsprechen einer typischen Studiendosis?

Bei etwa 4 bis 5 Milligramm Quercetin pro mittelgroßem Apfel bräuchte man rund 100 bis 125 Äpfel, um auf 500 Milligramm zu kommen — eine in Studien häufig eingesetzte Menge. Über Kapern wären es etwa 275 Gramm.

Sind die gesundheitlichen Effekte am Menschen bewiesen?

Nein, nicht abschließend. Die Übersichtsarbeiten von Li et al. (2016) und Deepika & Maurya (2022) beschreiben Ergebnisse überwiegend aus Zellkulturen und Tiermodellen und fordern weitere Studien am Menschen.

Auf einen Blick

Kategorie
Flavonoide
Auch bekannt als
Quercetina, Sophoretin
Tags
FlavonoidAntioxidansAllergieImmunsystem