Chemisch handelt es sich um Vitamin B5, ein wasserlösliches Vitamin aus der B-Gruppe. In Nahrungsergänzungen wird meist die stabilere Form Calciumpantothenat verwendet, weil die freie Säure feuchtigkeitsempfindlich ist. Aus 100 mg Calciumpantothenat entstehen im Körper rund 92 mg reine Pantothensäure – der Rest ist das gebundene Calcium.
Die eigentliche biologische Rolle liegt nicht bei der Pantothensäure selbst, sondern bei ihren gebundenen Formen. Shimizu beschrieb 1999 im Nihon rinsho, dass vor allem Coenzym A und 4'-Phosphopantethein die zentralen Wirkträger sind. Beide Moleküle sind an einer großen Zahl von Stoffwechselschritten beteiligt, insbesondere am Auf- und Abbau von Fettsäuren. Ohne Coenzym A käme die Verwertung von Fetten, Kohlenhydraten und Aminosäuren zur Energiegewinnung schlicht zum Stillstand.
Die ältere Fachliteratur bestätigt diese zentrale Stellung schon früh. Bereits 1952 erschien im British medical journal eine Übersichtsarbeit unter dem schlichten Titel "Pantothenic acid", 1955 folgte eine weitere in Nutrition reviews (DOI 10.1111/j.1753-4887.1955.tb03467.x). Yasuda und Hiraoka veröffentlichten 2004 im Nihon rinsho eine japanischsprachige Übersicht, Kelly 2011 eine ausführliche Monographie in Alternative medicine review. Der Kenntnisstand hat sich in den Grundzügen also seit über sieben Jahrzehnten verfestigt – neue spektakuläre Befunde sind nicht dazugekommen.
Was die Forschung ausdrücklich nicht zeigt: einen belegten Nutzen einer hochdosierten Zufuhr über den normalen Bedarf hinaus für gesunde Menschen. Auch die oft im Zusammenhang mit Haut, Haaren oder Wundheilung diskutierten Effekte sind in kontrollierten Humanstudien bisher nicht überzeugend abgesichert. Die zugelassene Aussage in der EU beschränkt sich auf den Beitrag zu einem normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung – und das gilt bei ausreichender, nicht bei hoher Zufuhr.
Der offizielle Referenzwert der Europäischen Behörden liegt bei 6 mg pro Tag für Erwachsene. Rechnet man das auf typische Lebensmittel um: 100 g Rinderleber liefern bereits mehr als das Doppelte, ein Ei rund 1 mg, eine halbe Avocado etwa 1 mg, 100 g Sonnenblumenkerne rund 7 mg. Wer sich abwechslungsreich ernährt, kommt an einem normalen Tag auf 3 bis 12 mg – der Bedarf ist damit locker gedeckt.
Ein Mangel wurde historisch fast nur unter extremen Bedingungen beobachtet, etwa bei stark einseitiger Ernährung oder in Kriegsgefangenenlagern. Das damals beschriebene Symptom war das sogenannte "burning feet syndrome", ein brennendes Gefühl in den Füßen. Unter normalen Umständen ist dieses Bild praktisch verschwunden, was die breite Verfügbarkeit des Vitamins in Lebensmitteln unterstreicht.
Im Kochtopf ist Pantothensäure weniger stabil, als ihre Allgegenwart vermuten lässt. Bei langem Kochen, in saurem oder alkalischem Milieu und beim Einlegen in Wasser gehen deutliche Mengen verloren – bis zu 50 Prozent bei stark verarbeiteten Lebensmitteln. Frisches, schonend zubereitetes Essen liefert entsprechend mehr als Fertigware.
In Supplementen taucht Pantothensäure meist als Teil eines B-Komplexes auf, seltener isoliert. Die üblichen Dosierungen in solchen Präparaten liegen zwischen 5 und 100 mg pro Tagesportion – also beim Ein- bis knapp Siebzehnfachen des Referenzwertes. Höhere Dosen bis in den Gramm-Bereich werden in einzelnen klinischen Untersuchungen eingesetzt, gelten aber nicht als Standardversorgung. Eine Obergrenze für die tolerable Zufuhr hat die EFSA formal nicht festgelegt, weil die Datenlage zu Nebenwirkungen dünn ist; sehr hohe Dosen können jedoch zu Durchfall führen.
Wirkung
Shimizu beschrieb 1999 im Nihon rinsho die zentrale Rolle der gebundenen Formen Coenzym A und 4'-Phosphopantethein im Fettsäurestoffwechsel. Kelly veröffentlichte 2011 in Alternative medicine review eine Monographie zum Kenntnisstand, ergänzt durch die Übersicht von Yasuda und Hiraoka 2004 im Nihon rinsho. Ein zusätzlicher Nutzen einer hochdosierten Zufuhr über den Bedarf hinaus ist in diesen Arbeiten nicht belegt.
Dosierung
Der EU-Referenzwert liegt bei 6 mg pro Tag für Erwachsene. Übliche Supplement-Dosierungen bewegen sich zwischen 5 und 100 mg pro Tagesportion, meist als Teil eines B-Komplexes und meist in Form von Calciumpantothenat. Eine formale Obergrenze hat die EFSA nicht festgelegt, sehr hohe Dosen im Gramm-Bereich können Durchfall auslösen.
Natürliche Quellen
Pantothensäure ist in fast allen Lebensmitteln enthalten, besonders reichhaltig in Fleisch, Fisch, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Avocados.
Wissenschaftliche Quellen
Yasuda & Hiraoka, Nihon rinsho 2004 Kelly, Alternative medicine review 2011 Nutrition reviews 1955, DOI 10.1111/j.1753-4887.1955.tb03467.x British medical journal 1952 Shimizu, Nihon rinsho 1999
Häufige Fragen
Wofür braucht der Körper Pantothensäure?
Sie ist Vorstufe von Coenzym A, ohne das der Fett- und Energiestoffwechsel nicht funktioniert. Shimizu beschrieb diese Rolle 1999 im Nihon rinsho. In der EU zugelassen ist die Aussage zum Beitrag zum normalen Energiestoffwechsel und zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung.
Wie viel Vitamin B5 am Tag?
Der EU-Referenzwert liegt bei 6 mg für Erwachsene. Über eine normale Mischkost werden 3 bis 12 mg täglich erreicht, ein echter Mangel ist entsprechend selten.
Was ist der Unterschied zwischen Pantothensäure und Calciumpantothenat?
Calciumpantothenat ist das Calciumsalz der Pantothensäure und wird wegen seiner besseren Stabilität in Supplementen verwendet. Aus 100 mg Calciumpantothenat werden im Körper rund 92 mg reine Pantothensäure frei.
In welchen Lebensmitteln steckt am meisten B5?
Leber liegt weit vorn mit über 12 mg pro 100 g, gefolgt von Sonnenblumenkernen mit rund 7 mg. Auch Eigelb, Vollkorn, Hülsenfrüchte und Avocado liefern relevante Mengen.
Geht Pantothensäure beim Kochen verloren?
Ja, deutlich. Bei langem Kochen, in saurem oder alkalischem Milieu und in stark verarbeiteten Lebensmitteln gehen bis zu 50 Prozent verloren. Frisch und schonend zubereitet bleibt mehr erhalten.
Kann man B5 überdosieren?
Eine formale Obergrenze hat die EFSA nicht festgelegt, weil belastbare Daten fehlen. Sehr hohe Dosen im Gramm-Bereich können jedoch zu Durchfall führen.
Hilft B5 bei Haut- oder Haarproblemen?
Diese Anwendungen werden diskutiert, sind aber in kontrollierten Humanstudien nicht überzeugend abgesichert. Zugelassene gesundheitsbezogene Angaben in der EU gibt es dazu nicht.


