Vitamin D, oft als 'Sonnenvitamin' bezeichnet, nimmt eine Sonderstellung unter den Vitaminen ein, da es vom Körper selbst gebildet werden kann, wenn die Haut der Sonnenstrahlung (UVB-Licht) ausgesetzt ist. Die wichtigste Form für den Menschen ist Vitamin D3 (Cholecalciferol). Es spielt eine entscheidende Rolle für die Knochengesundheit, da es die Aufnahme von Kalzium und Phosphat aus dem Darm fördert und deren Einbau in die Knochen reguliert. Ein Mangel an Vitamin D kann bei Kindern zu Rachitis und bei Erwachsenen zu Osteomalazie (Knochenerweichung) und Osteoporose führen. Neben seiner zentralen Rolle im Knochenstoffwechsel hat Vitamin D auch weitreichende Effekte auf andere Körperfunktionen. Es trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei und kann helfen, das Risiko für Infektionen zu reduzieren. Vitamin D ist auch wichtig für die Muskelfunktion und kann das Sturzrisiko bei älteren Menschen verringern. Es ist an der Zellteilung beteiligt und beeinflusst zahlreiche Gene. In den Wintermonaten und in nördlichen Breitengraden ist die Sonneneinstrahlung oft nicht ausreichend, um den Vitamin-D-Bedarf zu decken. Zudem nimmt die Fähigkeit der Haut, Vitamin D zu produzieren, mit dem Alter ab. Nur wenige Lebensmittel, wie fetter Fisch (Lachs, Hering), Lebertran und einige mit Vitamin D angereicherte Produkte, enthalten nennenswerte Mengen. Daher ist ein Vitamin-D-Mangel weit verbreitet. Die DGE schätzt den Bedarf für Erwachsene bei fehlender körpereigener Bildung auf 20 Mikrogramm (800 Internationale Einheiten, I.E.) pro Tag. Eine Supplementierung, oft in Kombination mit Vitamin K2, kann sinnvoll sein, um einen ausreichenden Vitamin-D-Spiegel sicherzustellen. Vor einer hochdosierten Supplementierung sollte der Vitamin-D-Spiegel im Blut bestimmt werden.