Hopfen ist nicht nur eine Schlüsselzutat beim Bierbrauen, sondern auch eine anerkannte Heilpflanze. Seine weiblichen Blütenzapfen wirken beruhigend, schlaffördernd und werden bei Unruhe und Schlafstörungen eingesetzt.
Die beruhigende und schlaffördernde Wirkung des Hopfens wird hauptsächlich auf die Bittersäuren und deren Abbauprodukt 2-Methyl-3-buten-2-ol zurückgeführt. Diese Substanzen scheinen, ähnlich wie Baldrian und Passionsblume, die Aktivität des Neurotransmitters GABA im Gehirn zu beeinflussen und an Melatonin-Rezeptoren zu binden, was den Schlaf-Wach-Rhythmus reguliert. Die Kombination von Hopfen und Baldrian hat sich in vielen Studien als besonders wirksam erwiesen, da sich die beiden Pflanzen in ihrer beruhigenden Wirkung synergistisch ergänzen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) bestätigt die traditionelle Anwendung von Hopfen zur Linderung leichter Stresssymptome und als Schlafhilfe. Neben seiner sedativen Wirkung enthält Hopfen auch Phytoöstrogene, insbesondere 8-Prenylnaringenin, eine der potentesten pflanzlichen Substanzen mit östrogenähnlicher Wirkung. Aus diesem Grund werden Hopfenextrakte auch zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen untersucht und eingesetzt. Die Wirksamkeit in diesem Bereich wird durch erste klinische Studien gestützt.
Hopfen wirkt beruhigend, schlafanstoßend und angstlösend. Er wird traditionell bei nervöser Unruhe, Anspannung und Einschlafstörungen verwendet, oft in Kombination mit Baldrian. Zudem hat er östrogenähnliche Eigenschaften.
Für die Behandlung von Unruhe oder Schlafstörungen werden Extrakte entsprechend einer Dosis von 0,5 g Hopfen pro Tag empfohlen. In Kombinationspräparaten mit Baldrian sind die Dosierungen entsprechend angepasst. Als Tee werden 1-2 Teelöffel Hopfenzapfen mit heißem Wasser übergossen.
Hopfen ist in den gemäßigten Zonen Europas, Asiens und Nordamerikas heimisch. Für die Bierproduktion und medizinische Zwecke wird er in großen Kulturen angebaut, wie z.B. in der Hallertau in Deutschland.
EMA/HMPC/682383/2013: European Union herbal monograph on Humulus lupulus L., flos. | Franco, L. et al. (2012). The sedative effects of hops (Humulus lupulus), a component of beer, on the activity/rest rhythm. Acta Physiologica Hungarica, 99(2), 133-139.