Piperin ist das Alkaloid, das dem schwarzen Pfeffer seine charakteristische Schärfe verleiht. Doch seine Bedeutung geht weit über das Würzen von Speisen hinaus. In der Welt der Nährstoffe ist Piperin vor allem als sogenannter "Bioenhancer" bekannt. Das bedeutet, es hat die Fähigkeit, die Bioverfügbarkeit vieler anderer Nähr- und Pflanzenstoffe zu erhöhen. Die Bioverfügbarkeit beschreibt, wie gut und wie schnell ein Stoff vom Körper aufgenommen und an seinen Wirkungsort transportiert wird.
Ein klassisches Beispiel ist die Kombination von Curcumin aus Kurkuma mit Piperin. Studien haben gezeigt, dass Piperin die Aufnahme von Curcumin im Körper um ein Vielfaches, teilweise bis zu 2000%, steigern kann. Es hemmt bestimmte Enzyme in der Leber und in der Darmwand, die normalerweise dafür sorgen würden, dass Stoffe wie Curcumin schnell wieder abgebaut und ausgeschieden werden. Dadurch verbleiben die Wirkstoffe länger im Körper und können ihre potenziellen Wirkungen besser entfalten.
Dieser Bioenhancer-Effekt gilt nicht nur für Curcumin, sondern auch für viele andere Stoffe, darunter Vitamine (wie B-Vitamine), Mineralstoffe (wie Selen) und andere Pflanzenstoffe wie Berberin oder Resveratrol. Durch die Kombination mit Piperin kann die Effektivität von Nahrungsergänzungsmitteln also potenziell verbessert werden. Ähnlich wie Gingerol aus Ingwer hat auch Piperin eine leicht thermogene Wirkung, die den Stoffwechsel kurzzeitig anregen kann. In modernen Nahrungsergänzungsmitteln wird Piperin daher oft gezielt eingesetzt, um die Synergieeffekte zwischen verschiedenen Wirkstoffen optimal zu nutzen.