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Du fragst dich: Liegt es an der Beziehung oder an mir? Diese Frage ist mutig – und der Anfang von Klarheit. Statt dich im Grübeln zu verlieren, hilft ein strukturierter Blick: Welche Anteile liegen bei dir, welche beim Miteinander, und was lässt sich realistisch verändern? In diesem Leitfaden bekommst du klare Anzeichen, einen praxisnahen Prüfpfad, Gesprächs-Tools und sinnvolle Entscheidungshilfen. So triffst du keine Bauchentscheidung im Affekt, sondern eine, zu der du auch in 6 oder 12 Monaten noch stehen kannst.
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In den WarenkorbErkennst du ein Muster, das dich seit Jahren begleitet? Zum Beispiel: Du ziehst dich zurück, sobald es ernst wird. Oder du wirst kontrollierend, wenn du dich unsicher fühlst. Wenn sich Konflikte in verschiedenen Beziehungen ähnlich anfühlen – nur mit anderen Personen – spricht das dafür, dass primär eigene Strategien, Ängste oder blinde Flecken am Werk sind. Das heißt nicht „Schuld”, sondern „Gestaltungsspielraum”: Was du mitbringst, kannst du auch verändern.
Konkrete Hinweise:
Glaubenssätze wie „Ich werde eh verlassen” oder „Liebe bedeutet, alles zusammen zu machen” färben deine Wahrnehmung. Sie produzieren Mikromomente von Alarm: ein verspäteter Rückruf wird zum Beweis, ein harmloser Kommentar zur Kritik. Wenn du in neutralen Situationen stark reagierst, lohnt es, den Satz dahinter zu finden. Frage dich: „Welche Geschichte erzähle ich mir hier gerade?” und „Wie wahrscheinlich ist das aus neutraler Sicht?”
Hilfreiche Selbstchecks:
Kannst du dich im Konflikt beruhigen, statt Öl ins Feuer zu gießen? Verantwortung heißt: „Mein Ton war unfair – das ist auf meine Kappe.” Empathie heißt: „Auch wenn ich verletzt bin, versuche ich deine Perspektive zu verstehen.” Wenn du regelmäßig laut wirst, drohst, manipulierst („Wenn du mich liebst, dann…”) oder emotional abschaltest, ist das ein klarer Hinweis auf Eigenanteile. Gute Nachricht: Selbstregulation ist trainierbar – mit Atemtechniken, Time-outs, Tagebuch, Coaching oder Therapie.
Fühlst du dich klein gemacht, kontrolliert oder abhängig? Wenn eine Person dauerhaft entscheidet (Geld, Zeit, Freunde, Intimität) und die andere sich anpasst, steckt oft eine ungesunde Dynamik dahinter. Auch „On/Off”-Zyklen, Schweigen als Bestrafung oder absichtliches Auslösen von Eifersucht sind rote Flaggen. Das Problem ist dann nicht primär „deine Sensibilität”, sondern das System, in dem du dich befindest.
Die „Vier Reiter” nach John Gottman sind starke Prädiktoren für Beziehungsabsturz:
Treten diese Muster häufig und beidseitig ungelöst auf, liegt die Störung eher in der Beziehungskultur als in deinem Einzelanteil.
Einmalige Ausrutscher sind menschlich. Konstanz ist der Unterschied. Wenn Respektlosigkeit (Beleidigungen, Bloßstellen), invasive Eifersucht (Kontrolle von Handy/Passwörtern) oder Grenzverletzungen (deine „Nein”s werden ignoriert) immer wieder passieren, bist du nicht „zu empfindlich”. Das sind Beziehungsrisiken. Hier gilt: Entweder klare, verbindliche Veränderung – oder Konsequenz ziehen.
Schreibe deine Antworten kurz auf. Schrift macht vage Gefühle messbar und hilft, Fortschritt zu sehen.
Statt zu raten, teste. Beispiele:
Sag, was in dir passiert, statt Diagnosen zu stellen: „Wenn du Treffen spontan absagst, fühle ich mich unwichtig. Ich brauche 24 Stunden Vorlauf oder eine kurze Entschuldigung.” Konkrete, messbare Bitten schlagen „Sei halt netter” um Längen. Eine Formel, die hilft: Situation – Gefühl – Bedeutung – Bitte.
Grenzen ohne Folgen sind Wünsche. Beispiel: „Wenn Beleidigungen fallen, beende ich das Gespräch und setze einen neuen Termin für morgen.” Dann konsequent handeln. Vereinbarungen dokumentieren (kurze Notiz/Shared Doc) und nach 2–4 Wochen überprüfen: Was klappt? Was braucht Anpassung?
Wenn du merkst: „Wir drehen uns fest und schaffen es alleine nicht”, hol dir Unterstützung. Früher ist günstiger als später.
Wähle nach Ziel: Brauchst du primär Selbstregulation? Dann Einzelarbeit. Geht es um Muster zwischen euch? Dann Paarformat.
Wenn du beleidigt, bedroht, isoliert, kontrolliert oder körperlich verletzt wirst, priorisiere Sicherheit. Dokumentiere Vorfälle, vertraue dich Freund:innen an, prüfe Schutzmöglichkeiten. In Deutschland bieten z. B. das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen” (08000 116 016, auch für Mitbetroffene) und lokale Beratungsstellen Hilfe: für Männer existieren spezialisierte Angebote. Notruf 110 bei akuter Gefahr. Therapie und Paararbeit sind erst sinnvoll, wenn Sicherheit gewährleistet ist.
Bleiben und arbeiten, wenn:
Trennen nahelegen, wenn:
Strukturiere Veränderung in drei Monaten:
Dokumentiere Fortschritte – kleine Siege zählen. Kein Perfektionismus: Stabilität entsteht durch Wiederholung.
Du hältst länger durch, wenn du dich gut versorgst: Bewegung, Schlaf, Ernährung, soziale Kontakte, Hobbys. Baue ein Mini-Netzwerk (2–3 Personen), die du anrufen kannst, bevor es eskaliert. Rückfallprävention: Erkenne Frühwarnzeichen (z. B. erhöhter Zynismus, ständiges Scrollen, Alkohol als Betäubung) und lege Gegenmaßnahmen fest: Atemübung, Spaziergang, Gespräch verschieben, Notfall-Skript für Ich‑Botschaften.
Die Frage „Liegt es an der Beziehung oder an mir?” hat keine Entweder-oder-Antwort – meist gibt es Anteile auf beiden Seiten. Entscheidend ist, dass du sie sichtbar machst und danach handelst: Muster erkennen, fair sprechen, Grenzen halten, Hilfe nutzen, Entscheidungen treffen. Wenn Respekt, Sicherheit und Veränderungsbereitschaft da sind, lohnt sich Arbeit. Wenn nicht, ist Gehen ein Akt der Selbstachtung. Du musst es nicht perfekt machen – nur klar und konsequent genug, damit dein Leben wieder zu dir passt.
Hinweise sind wiederkehrende Muster über mehrere Beziehungen hinweg, starke Reaktionen in neutralen Situationen durch Glaubenssätze (z. B. „Ich werde eh verlassen“), Schwierigkeiten mit Selbstregulation und geringe Verantwortungsübernahme. Wenn ähnliche Trigger auch im Job/Freundeskreis auftauchen, spricht das dafür, zuerst den Eigenanteil anzugehen – ohne Schuld, mit Gestaltungsspielraum.
Ungesunde Dynamiken wie Machtungleichgewicht, On/Off, Schweigen als Strafe, absichtliches Eifersüchtig-Machen sowie die „Vier Reiter“ (Kritik, Abwehr, Verachtung, Mauern) deuten auf eine gestörte Beziehungskultur hin. Wiederholte Respektlosigkeit, Kontrolle von Handy/Passwörtern oder ignorierte Grenzen sind rote Flaggen, die nicht mit „Empfindlichkeit“ zu verwechseln sind.
Nutze Klarheitsfragen (Was genau, wie oft, seit wann?), teste Mini-Experimente (tägliche 10‑Minuten‑Check‑ins, Nähe/Autonomie, Trigger‑Log) und entscheide mit dem Baum: ändern, akzeptieren oder gehen. Dokumentiere Fortschritt und setze einen 90‑Tage‑Plan mit konkreten Routinen und Check‑ins. So vermeidest du Affektentscheidungen.
Ja, wenn sie klar definiert ist: Dauer (z. B. 2–6 Wochen), Ziele (Worauf achte ich?), Kontaktregeln, Exklusivität und ein Auswertungstermin. Abstand senkt Reaktivität und zeigt, ob Motivation und Respekt tragen. Ohne Regeln wird die Pause schnell zur Vermeidung. Sicherheit geht vor, Missbrauch ist keine Pausenfrage.
Frühe Erfahrungen prägen Glaubenssätze und Nervensystemreaktionen: Wer unsichere Bindung erlebte, scannt stärker auf Zurückweisung oder Verlust. Das kann neutrale Signale verzerren und die Frage „Liegt es an der Beziehung oder an mir?“ trüben. Hilfreich sind Psychoedukation, Körperübungen, Re‑Framing und ggf. Einzeltherapie, um Reaktionen von Realität zu trennen.